| Mit Dix-Preis zeigt Gera junge deutsche Gegenwartskunst Von Andreas Hummel, dpa |
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| Mittwoch, 06. Oktober 2010 um 06:18 Uhr | ||
Mal schrill und expressiv, mal poetisch und filigran: Mit der Vergabe des Otto-Dix-Preises 2010 zeigt die Kunstsammlung Gera 37 Arbeiten junger deutscher Gegenwartskunst. Preisträger ist der 35- jährige Matthias Bitzer.
Gera (dpa/th) - Brüchige Biografien sind es, mit denen sich der junge Maler, Zeichner und Bildhauer Matthias Bitzer in Porträts und Skulpturen befasst. Die Porträts werden von geometrischen Formen gebrochen, so dass sie den Gezeichneten selbst gar nicht mehr darstellen, wie der Künstler am Dienstag in Gera bekannte. Der in Stuttgart geborene und in Berlin lebende Künstler sollte am Abend den Otto-Dix-Preis der Stadt Gera erhalten. Die mit 20 000 Euro dotierte Auszeichnung zählt zu den renommiertesten Preisen für junge deutsche Gegenwartskunst. Zugleich startet eine Schau mit 37 Arbeiten Bitzers und vier weiterer für den Preis nominierter Künstler.
Der in Untermhaus, einem heutigen Stadtteil Geras, geborene Expressionist Otto Dix (1891-1969) sei einer der ersten Künstler gewesen, mit denen er sich auseinandergesetzt habe, erzählte Bitzer. Die Auszeichnung sei für ihn eine «Riesen-Ehre». Zur Begründung hatte die Fachjury angeführt, dass er in seinem Werk abstrakte und figürliche Darstellungen zusammenführe. Dabei greife er auf die Formensprache, Geschichten und geisteshistorischen Zusammenhänge des 19. und frühen 20. Jahrhunderts zurück.
Neben Bitzer werden in Gera Arbeiten von Sophia Schama, Nándor Angstenberger, Theo Boettger und Christian Jankowski gezeigt. Jankowski - Professor für Bildhauerei an der Kunstakademie Stuttgart - ist mit der Sound-Installation «Das Lachen von Dan Graham» vertreten. Zunächst sind nur weiße Wände sichtbar, und es scheint, als hätten die Ausstellungsmacher einige Bilder vergessen. Doch einen Wimpernschlag später wird der Besucher von der Audiocollage und ihrem Gelächter beschallt und so das Nicht-Sichtbare thematisiert.
Angstenberger zeigt teils filigrane Skulpturen größtenteils aus Styropor. Bei seinen Wandplastiken unter dem Titel «Favoriten» gleichen die Styroporbrocken Eisschollen, die auf einem grüngelben Ozean treiben. Im Kontrast dazu stehen die schrillen Arbeiten des in Meißen geborenen Malers Theo Boettger. Seine raumgreifende, kraftvolle Installation «Capture the Flag» sei die größte, die bisher in der Orangerie der Kunstsammlung gezeigt wurde, sagte Leiter Holger Peter Saupe. Der frühere Heavy-Metal-Musiker Boettger setzt sich in den ausgestellten Werken unter anderem mit Computerspielen und der verlorenen Identität im Internet auseinander.
Der Otto-Dix-Preis wurde 2010 zum achten Mal vergeben. Zu den bisherigen Preisträgern gehören die Zeichnerin Jorinde Voigt (2008), der Fotograf Michael Scheffer (1992), der Maler Daniel Richter (1998) und der Bildhauer Tobias Rehberger (2001). Die Dotierung ist geteilt in 10 000 Euro Preisgeld und weiteren 10 000 Euro für den Ankauf von Arbeiten des geehrten Künstlers.
http://www.kunstsammlung-gera.de
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