| August Macke - Private Bilder in seinem Wohnhaus Von Günter Wächter, dpa |
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| Donnerstag, 07. Oktober 2010 um 06:47 Uhr | ||
August Macke war einer der bedeutendsten deutschen Expressionisten. Zur Wiedereröffnung des Bonner Macke-Hauses nimmt eine Ausstellung die Besucher mit auf eine Reise durch sein Leben.
Bonn (dpa/lnw) - Wenn der Maler August Macke mit seiner Frau das Haus in der Bornheimer Straße in Bonn verließ, konnte es sein, dass Elisabeth einen echten Macke auf dem Leib trug. Denn ihr Mann, der Expressionist und Querdenker, der immer Neues ausprobieren wollte, entwarf auch schon mal ihre Kleider. Solche Geschichten weiß Ina Ewers-Schultz zu berichten, wenn sie durch die Ausstellung «August Macke - ganz privat» führt, deren Kuratorin sie ist. Es ist die erste Ausstellung, die das Macke-Haus nach umfangreicher Renovierung ab diesem Donnerstag bis zum 23. Januar 2011 zeigt.
Nach Stade und Freiburg kommt die Ausstellung an den Ort, an dem der Künstler mit seiner Familie von 1911 bis zu seinem frühen Tod 1914 gelebt hat. Hier empfing er seine Malerfreunde, unter ihnen Max Ernst, Robert Delaunay, Gabriele Münter und Franz Marc, mit dem er zusammen im Oktober 1912 das große Wandbild «Paradies» schuf, das sich heute im Westfälischen Landesmuseum Münster befindet.
Chronologisch zeigt die Schau die verschiedenen Facetten Mackes: Beginnend mit dem Fliederstrauch, den er 1903 mit 16 Jahren malt und der so gar nicht zum heute vorherrschenden Macke-Bild passen will. Es folgen Karikaturen, Aktbilder, Abstraktes und immer wieder die Familie. «Was Sie hier sehen, das hängt bei der Familie», sagt Ewers-Schultz. «Da ist es jetzt ein bisschen kahl.» Erstmals sind die Bilder, Zeichnungen, Skizzen und Stickereien für die Öffentlichkeit zugängig.
Macke sucht nach neuen Wegen, experimentiert mit Farben und Formen. Die Düsseldorfer Akademie verlässt er nach nur einem Jahr, enttäuscht von der konservativen Kunstauffassung seiner Professoren. Er kommentiert den Abgang mit den Worten: «Wer die Mittel hat und die Freiheit liebt, entflieht.» Mittel hat er, auch wirtschaftliche. Die Familie seiner späteren Frau unterstützt den jungen Künstler.
Malerei aber ist für Macke nicht alles. Das belegt die Ausstellung mit kaum bekannten handwerklichen Arbeiten, darunter Keramik- Entwürfe, Schalen und Textilien. Kunst und Handwerk verstand er als gleichberechtigte Einheit.
Die Familie ist ihm besonders wichtig. Seine Frau zieht sich durch sein Werk. Der Briefwechsel der beiden ist für die Forscher von großem Interesse. Zur jungen Familie gehören auch die beiden Söhne Walter und Wolfgang, von denen Macke zahlreiche Bilder und Zeichnungen anfertigt. Zu sehen ist etwa Walter als Cowboy auf einem Pferd mit dem Colt in der Hand.
Seit der Eröffnung des Macke-Hauses in Bonn sind knapp 20 Jahre vergangen. Nach zweieinhalbmonatiger Bauzeit wurde jetzt der erste Schritt der umfassenden Sanierung das Hauses abgeschlossen. In einem zweiten Schritt soll im kommenden Jahr der im Erdgeschoss untergebrachte Ausstellungsteil in den erste Stock verlegt werden, in den Bereich des Hauses, in dem die Familie Macke damals lebte. Im Erdgeschoss wird so Platz für einen größeren Museumsshop und ein kleines Café mit Zugang zum Garten.
http://www.august-macke-haus.de
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