| Vargas Llosa ist verliebt in Berlin |
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| Freitag, 08. Oktober 2010 um 06:16 Uhr | ||
Berlin (dpa/bb) - Der Literaturnobelpreis für Mario Vargas Llosa ist auch in Berlin ein Grund zum Feiern. Der weitgereiste Schriftsteller hat ein inniges Verhältnis zur Stadt. Seit Jahrzehnten zieht es ihn immer wieder an die Spree, wo er 2005 die Ehrendoktorwürde der Humboldt-Universität erhielt. Mit Suhrkamp hat der deutsche Verlag des Peruaners seit einigen Monaten seinen Sitz in Berlin, die Bibliothek des Cervantes-Instituts trägt seinen Namen.
Vargas Llosa hatte das spanische Kulturinstitut zusammen mit dem spanischen Kronprinzen Felipe 2003 eröffnet. «Vargas Llosa kommt sehr gerne nach Berlin, er ist in diese Stadt verliebt», sagen Mitarbeiter des Instituts. Auch Berlins Kulturstaatssekretär André Schmitz freute sich über die Ehrung von Vargas Llosa. «Der Umzug von Suhrkamp nach Berlin steht offenbar unter einem guten Stern», sagte Schmitz.
Zum ersten Mal kam Vargas Llosa 1982 in die damals noch geteilte Stadt. Anlass war das «Horizonte»-Festival. 1991 und 1992 blieb er als «Fellow» des Wissenschaftskollegs gleich zwei Jahre in Berlin. 1998 kehrte er mit dem Künstlerprogramm des Deutschen Akademischen Austauschdienstes (DAAD) nach Berlin zurück.
Im Ibero-Amerikanischen Institut recherchierte der Romancier die historischen Fakten rund um die Ermordung des dominikanischen Diktator Rafael Trujillo im Jahr 1961, die er dann in «Das Fest des Ziegenbocks» (2000) literarisch verarbeitete. Er schrieb ganze Romanpassagen in Berlin. Das Institut nahe des Potsdamer Platzes hat die größte Bibliothek über Lateinamerika in ganz Europa.
Durch ihre Fenster beobachtete der Literat damals, wie der Potsdamer Platz seine heutige Gestalt annahm. «Da sah ich, wie das Hotel Adlon wieder erstand und wie die neuen Bauwerke, Straßen und Plätze in einem Schwindel erregenden Rhythmus heranwuchsen», schrieb er Llosa. Ins Ibero-Institut kehrte er auch später immer wieder zurück. 20055 hielt er die Festrede zu dessen 75-jährigem Bestehen. «Eine Bibliothek ist ein Ort, wo man sich zurückzieht, um zu träumen und zu phantasieren», sagte er.
Zwar spricht der Autor selbst kein Deutsch, doch hinderte ihn das nie, auch das Berliner Kulturleben zu genießen. «In wenigen europäischen Städten herrscht eine so kosmopolitische Atmosphäre wie in Berlin», schrieb er einmal. Er schwärmte auch von den Opernhäusern, den Kneipen und den türkischen Märkten in Kreuzberg.
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