| Kultur im Brauereiturm: Dortmunder U feiert Eröffnung |
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| Freitag, 08. Oktober 2010 um 06:16 Uhr | ||
Wo einst das Bier von Deutschlands größter Brauerei gärte, ist ein bundesweit beachtetes Kulturzentrum entstanden. Der Dortmunder «U-Turm» feiert dieses Wochenende Gesamteröffnung - ein 70-Millionen-Projekt.
Dortmund (dpa/lnw) - Mehr als zwei Jahre dauerte der Umbau, an diesem Wochenende feiert das Kulturzentrum Dortmunder U in einem spektakulären 67 Meter-Brauereiturm in der Innenstadt seine Gesamteröffnung. Vor dem Eröffnungswochenene mit freiem Museumseintritt kommen auf die Bauarbeiter Überstunden zu: Am Donnerstag bei der Vorab-Pressekonferenz hing noch lange nicht jede Lampe, manches Kabel klebte nur provisorisch. Neu zu sehen ist die Sammlung des früheren Dortmunder Museums am Ostwall mit über 350 Werken des Expressionismus und der Moderne.
Der Umbau des riesigen Backsteingebäudes aus dem Jahr 1927 hatte sich unter anderem wegen Stabilitätsproblemen am Dach verzögert. Zwei bis drei Monate Baurückstand mussten mit Zusatzausgaben aufgeholt werden. Aktuell schätzt Kulturdezernent Jörg Stüdemann (SPD) die Baukosten inklusive Dachsanierung auf knapp 70 Millionen Euro - nach 50 Millionen, die ursprünglich geplant waren.
Das Museum ist in den vierten und fünften Stock des U-Turms gezogen. In den ersten drei Stockwerken sind bereits seit dem Sommer die Dortmunder Hochschulen, Gastronomie, ein Medienkunstverein und neuerdings ein Zentrum für Kreativwirtschaft von Film bis Computeranimation- und Spiel vertreten.
Trotz der Verzögerungen zeigte sich die Stadtspitze vor dem Eröffnungswochenende hoch zufrieden: «Mit dem Dortmunder U ist aus einer einstigen Landmarke der Stadt ein Symbol des Strukturwandels geworden, auf das wir stolz sein können», sagte Oberbürgermeister Ullrich Sierau (SPD) bei der Vorab-Präsentation. Das Dortmunder U ist auch eines der Kernprojekte der Kulturhauptstadt 2010 im Ruhrgebiet.
Das neue Museum Ostwall im Dortmunder U sucht vor allem den engen Austausch mit den Dortmundern - und das ganz buchstäblich: Im Eingang werden etwa 500 Porträtfotos von Bürgern aus einer Arbeit des Konzeptkünstlers Jochen Gerz vom Jahr 2000 präsentiert. Es folgen die Bilder, Werke und Werkgruppen der Moderne - von Fluxus, Informel und Expressionismus. Sobald die EDV im Haus steht, sollen Besucher eigene Digitalfotos zu Rahmenthemen wie «Porträt», «Alltag» oder «Gesellschaft» mitbringen und im Museum hochladen und ausstellen können - nach Einschätzung von Museumsleiter Kurt Wettengl in der Form bundesweit einmalig.
Mitte Dezember folgt im sechsten Stock des Turms, der für Wechselausstellungen genutzt wird, eine Ausstellung mit dem Centre Pompidou in Paris. Gezeigt werden Meisterwerke der Moderne, die sich dem Verhältnis zwischen Kino und an den anderen Künsten widmen. Bis zum Jahresende öffnet im siebten Stockwerk in der Dachkrone des Hauses ein Restaurant. Außerdem wird ein Kinosaal im Erdgeschoss in Betrieb genommen. Später als geplant aber immerhin noch im Kulturhauptstadtjahr steht dann das ganze Dortmunder U zur Verfügung.
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