| Emder Museum lockt mit Kulturgeschichte der Düfte |
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| Freitag, 08. Oktober 2010 um 06:16 Uhr | ||
Emden (dpa/lni) - Mit Wohlgerüchen den Gestank von Kanalisation oder den Todeshauch der Pest überdecken: Seit Jahrtausenden sorgen Riechdosen für den gezielten Einsatz verschiedenster Düfte. Ihre Kulturgeschichte macht von diesem Sonntag an eine Ausstellung im Ostfriesischen Landesmuseum in Emden erlebbar. «Silberkunst und Pflanzenduft - Ostfriesische Riechdosen» gibt einen Überblick über Düfte seit fünf Jahrtausenden.
Zu sehen sind 200 Exponate aus Ostfriesland, Schleswig-Holstein, den Niederlandenden und Dänemark. Besucher können sich zudem über nachgestellte historische Gerüche mit der Nase dem Thema nähern. «Sie können in die Geschichte hinein riechen», sagte Museumsdirektor Carsten Jöhnk am Donnerstag.
Bereits in frühen Kulturen habe es spezielle Duftbehälter gegeben, sagte Organisator Diethelm Kranz vom Landesmuseum. So sind seit dem Mittelalter in Mitteleuropa apfelförmige Riechkapseln und Dosen mit wachsartigen Duftstoffen bekannt. Sie enthielten Essenzen aus Maiglöckchen, Rosen, Minze, Wermut oder Weintraube, aber auch tierische Stoffe.
Ob würzig, blumig oder erdig - die Düfte hatten nicht nur eine sinnliche oder gesundheitliche Wirkung. Besitzer einer schmucken Riechdose zeigten damit auch ihren gesellschaftlichen Status.
Große Verbreitung fanden Riechdosen («Rukeldoeskes») in Ostfriesland im 18. und 19. Jahrhundert. Sie sind oft als Miniaturmöbel, Körbe oder als Truhen gearbeitet. Beeinflusst wurden die Formen vor allem aus den Niederlanden. Es sind aufwendig verzierte Gebrauchsgegenstände, die oft von floralen Mustern geschmückt sind oder mythologische sowie christliche Motive zeigen.
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