| Schau in Rastede zeigt fast vergessene Gemälde |
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| Samstag, 09. Oktober 2010 um 08:59 Uhr | ||
Rastede (dpa/lni) - Rund 600 Ölgemälde, Aquarelle und Zeichnungen fertigte die Elsflether Künstlerin Paula Sedana Schiff-Magnussen in ihrem Leben an. Noch mit 90 Jahren arbeitete sie regelmäßig in ihrem Atelier. Doch nach ihrem Tod gerieten ihre Bilder in Vergessenheit. Jahrzehntelang lagerten sie auf einem Museumsspeicher im Ruhrgebiet. Erst kürzlich erinnerten sich die Enkel an den Nachlass.
Rund 80 Werke sind von diesem Sonntag an im Palais Rastede bei Oldenburg zu sehen, also im Nachbarort von Schiff-Magnussens Heimatstadt an der Unterweser. Wie die Auswahl zeigt, malte die 1871 geborene Künstlerin Menschen und maritime Landschaften besonders gerne. «Sie hat nicht nur ihre gesamte Familie porträtiert, sondern auch die Menschen, die sie umgaben - wie Mägde und Knechte», sagte die Palais-Leiterin Claudia Thoben.
Für die Ausstellung mussten sich die Arbeiten jedoch erst einer Verjüngungskur unterziehen. Drei Monate waren Restauratoren damit beschäftigt, diese zu reinigen und auszubessern. Denn über die Jahre waren die Farben stumpf geworden. Neben den Gemälden können Besucher auch die Skizzenbücher von Schiff-Magnussen und zahlreiche Familienfotos betrachten, auf denen viele ihrer Modelle zu entdecken sind.
Schiff-Magnussen stammt aus einer jüdischen Reedereifamilie und musste lange um ihre Kunstausbildung kämpfen. Schließlich ließ der Vater sie ins Künstlerdorf Worpswede gehen. Darauf folgten Stationen in Düsseldorf, Paris und Berlin. Dort lernte sie unter anderem Paula Modersohn-Becker, Emil Nolde und Rainer Maria-Rilke kennen. Nach dem Zweiten Weltkrieg zog sie zu ihrem Sohn nach Mülheim, wo sie 1962 starb.
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