| Verband: Museen müssen sich anpassen |
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| Donnerstag, 14. Oktober 2010 um 06:51 Uhr | ||
Kassel (dpa/lhe) - Die Museen in Hessen müssen aus Sicht ihres Verbandes moderner werden. «Wir hoffen, dass die Museen auf der Höhe der Zeit bleiben», sagte der Präsident des Hessischen Museumsverbandes, Thomas Wurzel, in einem Gespräch mit der Nachrichtenagentur dpa. Die Präsentation der Sammlungen müsse sich den veränderten Gewohnheiten der Menschen anpassen. Ob Fernsehen, Einkaufen oder Sport - «wir müssen uns dem Wettbewerb stellen.» Ein attraktives Angebot sei wichtig, um bei den Menschen die Hemmschwelle für einen Museumsbesuch zu senken.
Der 1952 geborene Wurzel ist Geschäftsführer der Sparkassen- Kulturstiftung Hessen-Thüringen und war Anfang Oktober beim Verbandstag in Dillenburg für weitere vier Jahre in seinem Amt an der Verbandsspitze bestätigt worden. Er leitet den Verband, der die Interessen von mehr als 400 Museen und Sammlungen im Land vertritt, bereits seit 1997.
«Wir brauchen Netzwerke auf lokaler Ebene», forderte Wurzel. Er sprach sich für Kooperationen mit Schulen oder Bibliotheken aus. Der Verband könne darauf hinwirken, in dem er den Ausbau von Netzwerken vor Ort als Kriterium für Fördergelder aufnehme. Die Museen müssten «aus ihren Häusern herausgehen» und auch Werbung betreiben. «Museen zeichnen sich durch viele Original-Objekte aus», sagte Wurzel. Das müsse mehr verbreitet werden. Zudem forderte der Verbandschef, die Qualität der Ausstellungen zu sichern. «Wir müssen das Beratungsangebot verbessern und die Ausstellungen modernisieren - sowohl an den Schautafeln als auch didaktisch.»
Mit den Maßnahmen will Wurzel vor allem mehr Besucher in die Museen locken und neue Besucherschichten erschließen. Der Kreis der Besucher müsse erweitert werden, sagte er. Um das zu erreichen, müsse es spezielle Angebote geben, betonte er. Die hessischen Museen besuchen im Jahr rund sechs Millionen Besucher.
Als Beispiel nannte er ein x-beliebiges Stadtmuseum. Die meisten seien noch klassisch chronologisch sortiert. «Jemand, der aus dem hektischen Alltag hereinkommt, fragt sich: Was habe ich mit den ersten Tonscherben zu tun?» Deshalb solle in einem solchen Fall das Wegeleitsystem geändert und der Besucher direkt zu den herausragenden Objekten geführt werden. Eine weitere Frage sei zudem, inwieweit sich die Zeit nach 1960 in Stadtmuseen überhaupt widerspiegele. «Stichwort Gastarbeiter und Integration - wie kommt das in einem Museum vor?» Dies seien Ansatzpunkte, bei denen der Verband die Museen beraten könne. Den Entwicklungsstau von Jahrzehnten könne man zwar nicht so schnell aufholen. «Aber ich möchte in vier Jahren sagen können: Es gab einen Schub», sagte Wurzel.
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