| Ex-Intendant Schirmer: «Ich gehe jetzt zum Arbeitsamt» |
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| Montag, 18. Oktober 2010 um 08:01 Uhr | ||
Hamburg (dpa/lno) - Der vor einem Monat zurückgetretene Intendant des Deutschen Schauspielhauses in Hamburg, Friedrich Schirmer, hat immer neue Sparrunden als Grund für seinen überraschenden Rückzug genannt. «Monatelang habe ich dafür gekämpft, dass die Zusagen mir gegenüber eingehalten werden», sagte er dem Nachrichtenmagazin «Der Spiegel». Er sei jedoch von der damaligen Kultursenatorin Karin von Welck immer nur beschwichtigt worden. «Mir wurde klar: Ich kann das so nicht weitermachen», sagte Schirmer. Verantwortlich für die finanziellen Risiken sei der Intendant. «Da können Sie nicht einfach Defizite anhäufen.»
Schirmer äußerte sich erstmals seit seinem Rücktritt am 14. September öffentlich und wies Vorwürfe zurück, das Haus im Stich gelassen zu haben: «Ich habe das Schiff ordnungsgemäß meiner Mannschaft übergeben.» Seinen Schritt habe er sich genau überlegt. «Mir war klar, dass damit meine Karriere zu Ende ist.» Er erhalte keine Abfindung, betonte Schirmer. «Ich gehe jetzt zum Arbeitsamt.»
Die Arbeit am Schauspielhaus sei eine große psychische Belastung gewesen. «Und diese Angst habe ich ausgestrahlt», sagte der Theatermann. Die Kritik an ihm sei «unglaublich bitter» gewesen. Zeitweise habe er unter Depressionen gelitten und Psychopharmaka genommen. «Einmal stand ich sogar auf dem Dach des Schauspielhauses», sagte der 59-Jährige, dessen Frau, die Theatermanagerin Marie Zimmermann, sich vor dreieinhalb Jahren das Leben genommen hatte. Durch ihren Freitod habe er verstanden, dass man sich selbst nicht so wichtig nehmen dürfe, sagte Schirmer.
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