| Ein neues Haus für 23 000 DDR-Kunstwerke Von Leticia Witte, dpa |
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| Donnerstag, 21. Oktober 2010 um 08:22 Uhr | ||
Für 23 000 Kunstwerke aus der DDR soll in Brandenburg eine neue Heimat entstehen. Den Siegerentwurf für das große Kunstarchiv auf der Burg Beeskow liefert der Architekt Max Dudler. Nun heißt es warten: Bewilligt werden muss ein Antrag auf eine EU-Förderung.
Beeskow (dpa) - Hier lagert ein Kunstschatz: 23 000 Werke aus der DDR - darunter Großformatiges von Neo Rauch - sind im Depot des Kunstarchivs Beeskow in Brandenburg. Der Architekt Max Dudler, der Büros in Berlin, Zürich und Frankfurt/Main unterhält, will mit seinem Siegerentwurf diesen Objekten nun einen neuen, mehr als doppelt so großen und mit optimalen Bedingungen ausgestatteten Bau liefern.
«Wir stellen uns der Verantwortung, die wir haben - das erste Mal», sagte der Direktor der Burg Beeskow, Tilman Schladebach, am Dienstagabend bei der Vorstellung des Projektes. Der Architekt, der ursprünglich anwesend sein wollte, ließ sich entschuldigen.
Derzeit befinden sich die Werke im Kunstarchiv Beeskow (Oder- Spree) nahe der Burg. Dudler, der in Brandenburg das Landesbehördenzentrum Eberswalde und in Berlin die neue Bibliothek der Humboldt-Universität gebaut hat, will seinen Steinneubau mit 3000 Quadratmeter Nutzfläche an den noch von der Kriegszerstörung gezeichneten Ostflügel der denkmalgeschützten, mittelalterlichen Beeskower Burg bauen.
In dem geplanten Dreigeschosser mit Spitzdach soll es für die Kunstwerke mehr Platz geben. «Wir gewinnen Kapazität, wir gewinnen Substanz», sagte Schladebach. Bislang sei kaum eine verantwortungsvolle Aufbewahrung der Objekte möglich gewesen. «So, wie es im Moment ist, ist es unhaltbar. Die Bilder leiden.» Wenn alles wie geplant läuft, soll das bislang rund zehn Millionen Euro teure Projekt für eine fachgerechte Lagerung der Bestände bis Ende 2013 fertig sein.
Doch nicht nur die Grafiken, Gemälde und Fotografien des Archivs sollen in dem Neubau beherbergt werden. Eingebunden werden auch die Bestände der Artothek der Sozialen Künstlerförderung Berlin, so dass es am Ende 38 000 Objekte sein sollen. Zudem wird eine deutsch- polnische Zusammenarbeit mit dem Museum Lubuskie in Gorzow angestrebt. Zum Beispiel sollen im nächsten Jahr 50 Grafiken aus dem Kunstarchiv in Polen ausgestellt werden.
Das Kunstarchiv selbst versteht sich als Dokumentationsstelle zur bildenden Kunst in der DDR. Genutzt wird der Bestand zum Beispiel für die wissenschaftliche Erschließung, aber auch für immer wieder stattfindende Ausstellungen.
Die im Archiv lagernden Kunstwerke gehörten in der DDR Parteien, Massenorganisationen und Staatsorganen. Die Arbeiten entstanden im Auftrag oder Wettbewerb, wurden angekauft oder sind Schenkungen. Sie befanden sich zum Beispiel in Gästehäusern oder Schulungszentren.
Nach dem Ende der DDR gingen die Werke als «Sondervermögen» in die Verwaltung der Treuhand und 1994 - je nach Fundort - in das Eigentum der neuen ostdeutschen Länder über. Im Kunstarchiv lagern Objekte aus Berlin, Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern. Das ist nach Archivangaben der Hauptteil der Werke.
«Wir stehen in den Startlöchern zu einem großen Vorhaben», sagte die Kulturdezernentin des Kreises Oder-Spree, Ilona Weser. Um aus den Startlöchern herauszukommen, ist eine EU-Förderung über 85 Prozent nötig. Der Antrag sei eingereicht, der Bescheid werde für nächstes Frühjahr erwartet, sagte der Beeskower Bürgermeister, Frank Steffen.
Doch was ist, wenn der Bescheid negativ ausfallen sollte? «Dann wird das Projekt nicht realisiert werden können.» Zugleich machte aber Brandenburgs Finanzminister Helmuth Markov (Linke) deutlich, dass das Land ein großes Interesse an dem Neubau habe. «Wir können es aber nicht alleine finanzieren.» In Beeskow lagere ein «Riesenkunstschatz».
http://www.kunstarchiv-beeskow.de
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