| Große «Rodney Graham»-Retrospektive in Hamburg |
|
|
|
| Freitag, 22. Oktober 2010 um 08:00 Uhr | ||
Hamburg (dpa/lno) - Mit einer Retrospektive in der Hamburger Kunsthalle wird der Gegenwartskünstler Rodney Graham erstmals sein Werk an der Elbe präsentieren. Unter dem Titel «Through the Forest» sind von Freitag an rund 100 Bilder, Fotografien, Filme, Skulpturen und Installationen von 1978 bis heute zu sehen. «Darunter sind zahlreiche weniger bekannte Arbeiten, die nun erstmals in Deutschland ausgestellt sind», so die Ausstellungsmacher.
Bekanntgeworden ist der 1949 geborene Kanadier vor allem mit humorvollen Arbeiten, in denen er sich scheinbar skrupellos bei den Ideen seiner Künstlerkollegen bedient. Wichtig für Graham ist jedoch deren Weiterentwicklung: So kopiert er mit «Standard Edition» aus dem Jahr 1988 zwar eine Wandskulptur des US-Minimalisten Donald Judd. Allerdings funktioniert er sie kurzerhand in ein Bücherregal für die gesammelten Werke Sigmund Freuds um. Ernst und Ironie liegen bei Graham stets dicht beieinander.
In seinem mehr als 30-jährigen Schaffen begibt sich Graham regelmäßig auf die Suche nach den Spuren der Kunstgeschichte und ihrer Protagonisten: Mit der Gemäldeserie «Picasso, My Master» imitierte er 2005 den Stil des weltberühmten spanischen Malers und führte dies mit «A Partial Overview Of My Brief Modernist Career» («Überblick über meine kurze Modernisten-Karriere») ins Absurde. Als Maler kannte man Graham bis dahin noch nicht.
Immer wieder hinterfragt er den Kult des Künstlers als Genie: In «The Gifted Amateur, Nov. 10th, 1962» («Der begabte Anfänger») fotografierte sich Graham etwa bei dem stümperhaften Versuch, ein abstraktes Gemälde des US-Künstlers Morris Louis nachzumalen. Nur im Schlafanzug bekleidet steht er in der Mitte eines luxuriösen Wohnzimmers und träufelt gelangweilt etwas Farbe auf eine Leinwand.
Die Graham-Ausstellung war zuvor schon in Barcelona und Basel zu sehen und wird bis zum 30. Januar 2011 in Hamburg Station machen. Mit der Retrospektive in der Galerie der Gegenwart ist die Kunsthalle nach Umbauarbeiten erstmals wieder komplett fürs Publikum geöffnet. Grund dafür waren nötig gewordene Brandschutzarbeiten.
|
























































