| Welt liebt Romantiker - In MV kommen sie zu kurz Von Anette Pröber, dpa |
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| Sonntag, 24. Oktober 2010 um 09:38 Uhr | ||
Die Welt liebt Romantiker und ihre schönen Bilder. Mecklenburg- Vorpommern hat mit Friedrich, Runge und Kersting drei große romantische Maler hervorgebracht - doch das Land wuchert nach Meinung von Kunstexperten mit diesem Pfund nicht genug.
Güstrow/Greifswald (dpa/mv) - Mit einer Sonderführung erinnert das Güstrower Stadtmuseum am Sonntag an den Maler Georg Friedrich Kersting (1785-1847), der vor 225 Jahren, am 24. Oktober, in der Stadt geboren wurde. Er gilt als einer der bedeutendsten deutschen Vertreter der Interieurmalerei. Die Güstrower Sammlung ist nach den Worten der Kuratorin Iris Brüdgam in ihrer Geschlossenheit deutschlandweit einmalig. So besitze das Museum das Frühwerk «Parklandschaft mit Quelle» (1808) aus der Kopenhagener Studienzeit des Malers sowie das populäre Werk «Kinder am offenen Fenster» (1843), das den Ruhm Kerstings mitbegründete.
Der Ankauf beider Werke sei in den vergangenen Jahren unter anderem dank der Unterstützung der Kulturstiftungen Reemtsma und Siemens möglich geworden. «Diese Werke haben die Sammlung in Güstrow enorm aufgewertet», sagt Brüdgam. Nur: Die einzige Erinnerungsstätte an den großen Sohn der Stadt werde von zu wenigen Besuchern wahrgenommen. «Güstrow ist Barlach-Stadt. Der Maler Kersting scheint von der Werbung vergessen», bedauert sie.
«Wir brauchen mehr Rampenlicht für die schillernden Romantiker des Nordens», fordert auch der Direktor des Pommerschen Landesmuseums Greifswald, Uwe Schröder. «Hier schlummert noch ein großes Vermarktungspotenzial.» In seinem Haus läuft seit Ende August die Ausstellung «Die Geburt der Romantik» mit rund 100 Originalen von Caspar David Friedrich (1774-1840), Philipp Otto Runge (1777- 1810) und Friedrich August von Klinkowström (1778-1835). Rund 15 000 Besucher sahen die Schau bis Mitte Oktober. Kersting studierte gemeinsam mit Friedrich und Runge, mit denen er befreundet war, an der Königlichen Kunstakademie in Kopenhagen.
«In der Heimat weiß man diese Perlen noch nicht ausreichend zu schätzen», sagt Schröder über das norddeutsche Dreigestirn. Im Tourismuskonzept des Landes werde Kunst und Kultur zu wenig Aufmerksamkeit geschenkt. Wie anziehend Kunst sein könne, hätten die Friedrich-Ausstellungen in Essen und Hamburg gezeigt, die insgesamt 750 000 Menschen sahen. «In Mecklenburg-Vorpommern müssen wir noch lernen, mit großartigen Schätzen zu wuchern.» Die ganze Welt liebe die Romantiker. In Amerika, Wien, Stockholm oder Sankt Petersburg werde Caspar David Friedrich geradezu angehimmelt, meint Schröder. «Mit den Bildern der scheinbar heilen Welt, den Landschafts- und Porträtmalereien, kann jeder etwas anfangen.»
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