| Schlag gegen Kunstfälscher in Portugal |
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| Mittwoch, 27. Oktober 2010 um 07:09 Uhr | ||
Lissabon (dpa) - Spektakulärer Schlag gegen die Kunstfälscher- Mafia in Portugal: Die Polizei hat in der Nähe von Lissabon einen Betrügerring ausgehoben und dabei rund 130 gefälschte Kunstwerke sichergestellt. Die Gemälde trugen gefälschte Signaturen von Künstlern wie Leonardo da Vinci, Pablo Picasso, Marc Chagall, Joan Miró, Henri Matisse, Claude Monet und Francisco de Goya. «Wenn diese Bilder auf den Markt gekommen wären, wäre durch den Betrug ein Schaden von hunderttausenden Euro entstanden», erklärte Joao Oliveira, der Chef des Kunstdezernats der Kripo in Lissabon.
Wie die Ermittler am Montagabend mitteilten, handele es sich um den größten Schlag gegen Kunstfälscherbanden in Portugal und um einen der größten in Europa. Man gehe aufgrund der Techniken und der Vielfalt der gefälschten Meister davon aus, dass die meisten der konfiszierten Bilder im Ausland angefertigt worden seien. Mit einem falschen Chagall in Händen sagte Oliveira: «Das ist keine gute Kopie. Wenn man genau hinsieht, erkennt man unter der Farbe die Bleistiftzeichnungen». Die «Picassos» seien sehr schlechte, die «Goyas» gute Fälschungen.
Die Beamten entdeckten die Bilder bereits vergangene Woche bei einer Hausdurchsuchung in der Wohnung einer Norwegerin in der Stadt Cascais etwa 25 Kilometer westlich von Lissabon. Dabei wurden auch falsche Zertifikate sichergestellt, die die Echtheit der Bilder bescheinigen sollten.
Die etwa 40 Jahre alte Norwegerin sei wohl die Händlerin der Bande. Sie sei mit einem Portugiesen verheiratet und habe in der Kunstszene des von vielen Ausländern bewohnten Nobelbadeortes Cascais zahlreiche Freunde, hieß es. Die Frau wurde festgenommen, später aber gegen Kaution auf freien Fuß gesetzt.
Die Beschlagnahmung deutet nach Angaben der Polizei darauf hin, dass Portugal inzwischen ein wichtiger Standort für Banden von Kunstfälschern geworden sei. Im laufenden Jahr sei die Zahl der konfiszierten Fälschungen von Werken bedeutender Künstler auf über 300 angestiegen. In Cascais waren erst im September 27 gefälschte «Meisterwerke» sichergestellt worden.
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