| Gropius-Bau zeigt 2011 deutsch-polnisches Kulturerbe |
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| Mittwoch, 27. Oktober 2010 um 07:09 Uhr | ||
Warschau/Berlin (dpa) - Gemeinsames deutsch-polnisches Kulturerbe der vergangenen 1000 Jahren zu zeigen, ohne die Schattenseiten der durch Kriege schwer belasteten Vergangenheit zu verdrängen: Dieses Ziel verfolgen der Martin Gropius-Bau in Berlin und das Warschauer Königsschloss mit einer gemeinsamen Ausstellung, die im September 2011 in der deutschen Hauptstadt eröffnet werden soll.
«Die Autoren wollen den Deutschen einen anderen Blick auf das östliche Nachbarland anbieten und sie so zum Nachdenken bewegen», sagte Kuratorin Anda Rottenberg am Dienstag in Warschau. Dabei sollten die Mythen, die beide Nationen im 19. Jahrhundert gegeneinander aufgebaut hätten, ein Stück weit abgebaut werden, erläuterte Konrad Vanja, Direktor des Museums Europäischer Kulturen in Berlin, der dem wissenschaftlichen Beirat angehört. «Dunkle Zeiten bleiben aber nicht ausgespart», versicherte er.
Als Beispiele enger Kulturgemeinschaft nannte Rottenberg die mittelalterlichen Städtegründungen in Polen, bei denen deutsches Recht verwendet worden war. Eine große Rolle sollen auch berühmte Persönlichkeiten spielen, auf die in der Vergangenheit beide Nationen Anspruch erhoben: Astronom Nikolaus Kopernikus oder Bildhauer Veit Stoß aus Nürnberg, dem die Krakauer den Hochaltar ihrer Marienkirche verdanken.
Der Direktor des Martin-Gropius-Baus, Gereon Sievernich, bedauerte, dass die Deutschen immer noch weniger über die Geschichte Polens wüssten als umgekehrt. Die Ausstellung mit rund 800 Exponaten - darunter Gemälde, Skulpturen und Handschriften - soll vom 23. September 2011 bis 9. Januar 2012 im Martin-Gropius-Bau gezeigt werden.
Das Projekt gehört zum Begleitprogramm der polnischen EU- Präsidentschaft in der zweiten Jahreshälfte 2011. Das polnische Kulturministerium sowie der deutsche Kulturstaatsminister Bernd Neumann unterstützen das Vorhaben.
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