| Streit um Goethe-Zeichnungen - Thüringen bittet um Amtshilfe |
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| Mittwoch, 27. Oktober 2010 um 07:09 Uhr | ||
München/Weimar (dpa/th) - Im Streit um den Verkauf von Goethe- Zeichnungen aus dem Besitz einer Adelsfamilie hat Thüringen Bayern um Amtshilfe gebeten. Das sagte eine Sprecherin des Kunstministeriums in München am Dienstag der Nachrichtenagentur dpa. «Wir haben erstmal dafür gesorgt, dass die Bilder in Bayern bleiben.» Die bayerische Adelsfamilie Graf Henckel von Donnersmark hat insgesamt 39 Bilder des Dichters, die eigentlich als Dauerleihgaben in Weimar gezeigt werden sollten, an einen österreichischen Sammler verkauft. 29 sind schon in Österreich, zehn weitere sollten folgen.
Die «Bild»-Zeitung in Thüringen hatte von «Geheimverhandlungen» des Käufers mit dem bayerischen Kunstministerium berichtet. Derartige Verhandlungen dementierte die Sprecherin. «Wir wollen alle Optionen offen halten», sagte sie. Darum werde mit allen Beteiligten - Käufer, Verkäufer, Stiftung und Land Thüringen - gesprochen.
Um zu verhindern, dass auch die restlichen zehn Bilder außer Landes gebracht werden, sei das Verfahren zur Eintragung der Kunstwerke in das Verzeichnis national wertvollen Kulturgutes eingeleitet worden. «Das Verfahren befindet sich bis zur endgültigen Eintragung der Kunstwerke oder der Verfahrenseinstellung in einem Schwebezustand», sagte die Sprecherin. Ist ein Kunstwerk in das Verzeichnis eingetragen oder die Eintragung eingeleitet, ist es eine Straftat, es ins Ausland zu bringen.
Die Thüringens Landesregierung will klären, wie es zu dem Verlust der wertvollen Zeichnungen kommen konnte. Wären die Bilder rechtzeitig als Kulturgut anerkannt worden, hätte der Verkauf nach Österreich nicht stattfinden dürfen. Die Familie Graf Henckel von Donnersmarck ist mit Goethes Schwiegertochter Ottilie von Pogwisch verwandt.
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