| Kulturgipfel: Altonaer Museum bleibt erhalten |
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| Donnerstag, 28. Oktober 2010 um 07:14 Uhr | ||
Hamburg (dpa/lno) - Das Altonaer Museum wird entgegen der ursprünglichen Pläne des Hamburger Senats nun doch nicht zum 1. Januar 2011 geschlossen. Stattdessen wolle man bis 1. April eine Neukonzeption des Hauses und der Stiftung Historische Museen erarbeiten, erklärte Bürgermeister Christoph Ahlhaus (CDU) in der Nacht zum Donnerstag vor Journalisten. Vorangegangen war ein Kulturgipfel im Gästehaus des Senats, auf dem knapp 30 Senatsvertreter, darunter Kultursenator Reinhard Stuth (CDU), und Kulturschaffende über die aktuell notwendigen Sparmaßnahmen diskutiert haben.
Bei ihrer Ankunft waren Bürgermeister und Senator von rund 60 Kürzungsgegnern ausgepfiffen worden. Nach den neuen Beschlüssen werden auch die Einsparungen beim Deutschen Schauspielhaus und den Hamburger Öffentlichen Bücherhallen (HÖB) noch einmal überprüft und deutlich geringer ausfallen. Das Junge Schauspielhaus bleibt damit erhalten. «Wir müssen jetzt einen möglichst attraktiven Intendanten finden», sagte Ahlhaus zum Thema Schauspielhaus. Der bisherige Chef des Staatstheaters, Friedrich Schirmer, war aus Protest gegen die Sparmaßnahmen Ende September zurückgetreten.
Bereits am Mittwochnachmittag hatten die Bürgerschaftsfraktionen von CDU und GAL den Senat aufgefordert, «kurzfristig ein Konzept für den Standort des Altonaer Museums und seinen Außenstellen (...) als Bestandteil eines Gesamtkonzeptes für die Weiterentwicklung der Stiftung Historische Museen vorzulegen». Auf Bezirksebene hatten sich CDU und GAL schon Mitte des Monats gegen eine Schließung des Ausstellungshauses ausgesprochen und für die Prüfung möglicher Alternativen plädiert.
Hintergrund der Auseinandersetzung sind Kürzungspläne des schwarz- grünen Senats, der sich Anfang September wegen der desolaten Haushaltslage auf ein 510-Millionen-Euro-Sparpaket verständigt hat. Im Kulturetat beträgt das Kürzungsvolumen 6,2 Millionen Euro. In der Stadt war es deshalb seit Wochen zu massiven Protesten gekommen.
«Um ihren erforderten Sparbeitrag von 3,5 Millionen Euro zu erbringen, erhält die Stiftung nun mehr Zeit», sagte Ahlhaus Donnerstagnacht. Bei der Neukonzeption ginge es darum, Qualität zu erhalten, aber Standorte zu schließen. «Am Standort Museum Altona wird es auf jeden Fall zu einer Reduzierung der Ausstellungsfläche kommen», erklärte der Bürgermeister. Insgesamt habe man bei dem Spitzengespräch in konstruktiver und intensiver Gesprächsatmosphäre verhandelt. Allen Beteiligten ginge es darum, die Strahlkraft des Kulturstandortes Hamburg zu erhalten.
Altonas Museumsdirektor Torkild Hinrichsen erklärte anschließend, er fühle sich am Anfang eines guten Kommunikationsprozesses, «um mit dem wenigen Geld etwas Konstruktives auf die Beine zu stellen». Und der für seine früheren Pläne vielfach angegriffene Kultursenator Stuth kommentierte: «Das ist ein richtig gutes Ergebnis.» Man hätte schon früher miteinander reden können, er selbst sei allerdings erst Ende August mitten in den Haushaltsdebatten in sein Amt gekommen.
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