| Nach Protesten: Hamburger Senat mildert Kultur-Sparkurs |
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| Freitag, 29. Oktober 2010 um 07:08 Uhr | ||
Ein Museum sollte schließen, Schauspielhaus und Bücherhallen mit wesentlich weniger Geld auskommen - Kürzungen haben die Hamburger Kulturszene hart getroffen. Nach heftigen Protesten hat Bürgermeister Christoph Ahlhaus (CDU) die Sparvorgaben jetzt abgemildert.
Hamburg (dpa) Nach massiven, auch bundesweiten Protesten kommt der Hamburger Senat der Kulturszene der Hansestadt entgegen und mildert harte Sparvorgaben ab. Die zum 1. Januar geplante Schließung des Altonaer Museums ist vorerst vom Tisch. Und umfangreiche Sparmaßnahmen am Deutschen Schauspielhaus Hamburg, der größten Sprechbühne in Deutschland, werden teilweise zurückgenommen.
Die Stiftung Historische Museen, der das bedrohte Museum angehört, soll bis 1. April eine strukturelle Neukonzeption vorlegen. Das sagte Bürgermeister Christoph Ahlhaus (CDU) in der Nacht zum Donnerstag im Anschluss an einen «Kulturgipfel». Die volle Kürzungssumme von 3,4 Millionen Euro soll für das Museum erst 2014 fällig werden.
Auch die Einsparungen von 1,2 Millionoen Euro beim Deutschen Schauspielhaus würden noch einmal überprüft und deutlich geringer ausfallen. Damit bleibt die Jugendsparte der Bühne «Das junge Schauspielhaus» zunächst erhalten. «Wir müssen jetzt einen möglichst attraktiven Intendanten finden», sagte Ahlhaus. Theaterchef Friedrich Schirmer war aus Protest gegen die Sparmaßnahmen Ende September spektakulär zurückgetreten.
Bei dem «Kulturgipfel» hatten knapp 30 Senatsvertreter - darunter neben Ahlhaus auch Kultursenator Reinhard Stuth (CDU) - und Kulturschaffende im Gästehaus des Senats über die aktuellen Sparmaßnahmen diskutiert. Bei ihrer Ankunft zu dem Spitzengespräch waren Bürgermeister und Senator von rund 60 Demonstranten ausgepfiffen worden.
Hintergrund der Auseinandersetzungen sind Pläne des schwarz- grünen Senats, der sich Anfang September wegen der angespannten Haushaltslage auf ein 510-Millionen-Euro-Sparpaket verständigt hat. Im Kulturetat beträgt das Kürzungsvolumen 6,2 Millionen Euro. Neben der Schließung des Altonaer Museums waren auch harte Einschnitte bei den öffentlichen Bücherhallen sowie im Etat des Deutschen Schauspielhauses geplant.
Angesichts der wochenlangen Proteste wolle man mit den neuen Vorhaben einen Imageschaden von der Stadt abwenden, sagte Ahlhaus nach dem «Kulturgipfel». Er betonte: «Die Strahlkraft des Kulturstandortes Hamburg muss erhalten bleiben.» Bei dem vierstündigen Spitzengespräch habe man in konstruktiver Gesprächsatmosphäre verhandelt. «Unserem dringend notwendigen Konsolidierungsziel werden wir trotzdem gerecht», betonte der Senatschef. Durch zeitliche Streckungen hätten die Institutionen aber bessere Chancen, eigene Konzepte auszuarbeiten.
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