| Besondere Porträts: Dumas «Tronies» in München |
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| Freitag, 29. Oktober 2010 um 07:08 Uhr | ||
München (dpa/lby) - Im Haus der Kunst in München sind von diesem Freitag an ganz besondere Porträts zu sehen: Die Dialogausstellung «Tronies - Marlene Dumas und die alten Meister» zeigt Gemälde der südafrikanischen Künstlerin Marlene Dumas - und Bilder großer alter niederländischer Meister wie Rembrandt, van Dyk und Lievens. «Ich würde niemanden malen, mit dessen Gesicht ich nicht arbeiten kann», erläuterte Dumas am Donnerstag in München ihre Arbeit.
Die Kunstform der «Tronies» geht auf Künstlerproben zurück, die mit Porträtbildern ihre Fähigkeiten und Handschrift unter Beweis stellen wollten. «Als ich angefangen habe, hatte die Porträtmalerei einen etwas reaktionären Geruch», sagte die heute 57-jährige Dumas, die im Alter von 22 Jahren mit dieser Form der Malerei begann. Ihre Werke sind keine realistischen Porträts - Museumsdirektor Chris Dercon verglich einige ihrer Bilder mit dem Schweißtuch der Veronika, auf dem der christlichen Legende zufolge das Konterfei Jesu zu sehen sein soll.
«Der Titel "Tronies" ist so geheimnisvoll wie das, was er benennt», sagte Dercon. Dumas habe dieser Kunstform mit ihrer Arbeit zu neuem Glanz verholfen. Heute ist sie mit ihren Werken weltberühmt. Das renommierte Museum of Modern Art (MoMA) in New York widmete ihr im Jahr 2008 erstmals eine umfassende Werkschau unter dem Titel «Marlene Dumas: Measuring Your Own Grave» (Das eigene Grab ausmessen).
In München sind die spannenden Werke der Künstlerin noch bis zum 6. Februar 2011 zu sehen - darunter ein Osama-bin-Laden-Bild aus diesem Jahr und Gemälde, die Adolf Hitler und Saddam Hussein zeigen. Der gemeinsame Titel: «The Politics of recognition» (etwa: Die Politik des Wiedererkennens).
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