| Mehr als 100 Künstler zur documenta 2012 |
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| Samstag, 30. Oktober 2010 um 08:47 Uhr | ||
Berlin/Kassel (dpa) - Vernetze Kunst, Migration, Quantenphysik - die 13. documenta 2012 in Kassel will auf ein einziges übergreifendes Thema verzichten und mit mehr als 100 Künstlern einer Vielzahl «roter Fäden» nachgehen. Mit einer Ausstellung ohne vorgefasstes Konzept werde die documenta an das digitale Zeitalter und ihre unzähligen Netzwerke anknüpfen, wie die künstlerische Leiterin Carolyn Christov- Bakargiev am Freitag in Berlin ankündigte. Die documenta findet vom 9. Juni bis 16. September 2012 in Kassel statt.
In Zeiten der drahtlosen Kommunikation könne eine Kunstausstellung als anachronistische Erfahrung des 20. Jahrhunderts empfunden werden. Die documenta müsse im 21. Jahrhundert die künftige Rolle von Ausstellungen hinterfragen, sagte Christov-Bakargiev. Für die Vorbereitung hat die amerikanische Kunsthistorikerin eine Reihe von Beratern und Kunstexperten engagiert, die in den kommenden eineinhalb Jahren die Werke für die Ausstellung auswählen werden.
Zu den Beratern zählen der Physiker Anton Zeilinger (Wien), der Anthropologe Michael Taussig (New York), der mexikanische Schriftsteller Mario Bellatin, der Immunologe Alexander Tarakhovsky (New York) und Michael Petzet, Präsident des Deutschen Nationalkomitees des Internationalen Rats für Denkmalpflege (ICOMOS). Sie sollen in Gemeinschaftsprojekten mit Künstlern über Fragen zum Leben in modernen Gesellschaften kooperieren. Außerdem sollen historische Kunstwerke zum Austausch von Ideen und zu Gesprächen anregen.
Zeilinger sagte in Berlin, die Quantenphysik habe das traditionelle Verständnis von Realität, Zeit und Raum grundlegend in Frage gestellt. Hier gebe es Berührungspunkte zur Kunst, die er in den kommenden Monaten mit den Kreativen aufgreifen wolle. Im Vorfeld der Ausstellung sollen eine Serie von Notizbüchern mit Beiträgen von Autoren aus verschiedenen Disziplinen veröffentlicht werden und den «Forschungsraum» der documenta nachzeichnen.
Seit Gründung der documenta 1955 gibt die Ausstellung, die auch «Museum der 100 Tage» genannt wird, an verschiedenen Orten in Kassel einen Überblick auf das zeitgenössische Kunstgeschehen. Die documenta 12, die 2007 unter dem Motto «Ist die Moderne unsere Antike?» stand, hatte rund 750 000 Besucher.
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