| Museum Wiesbaden bekommt neuen Leiter |
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| Samstag, 30. Oktober 2010 um 08:47 Uhr | ||
New York, Venedig, London und nun Wiesbaden - Alexander Klar wird neuer Direktor am Museum der hessischen Landeshauptstadt. Der vielseitige Museumsmann will mehr mit der Forschung zusammenarbeiten.
Wiesbaden (dpa/lhe) - Neuer Direktor des Landesmuseums Wiesbaden wird der Kunsthistoriker Alexander Klar (42). Der bisherige wissenschaftliche Leiter des Emil-Schumacher-Museums Hagen in Nordrhein-Westfalen werde sein neues Amt am 1. November antreten, sagte die hessische Kunstministerin Eva Kühne-Hörmann (CDU). Sie stellte den Nachfolger für den langjährigen Museumsleiter Volker Rattemeyer am Freitag den Mitarbeitern und der Öffentlichkeit vor. Am Sonntag eröffnet im Wiesbadener Museum die großangelegte Ausstellung «Das Geistige in der Kunst. Vom Blauen Reiter zum Abstrakten Expressionismus», die Rattemeyers letztes Werk als Kurator war.
Klar sei unter mehr als 30 Bewerbern ausgewählt worden, sagte Kühne-Hörmann. Er sei mit der Museumslandschaft im In- und Ausland bestens vertraut und habe gute Kontakte zu Sammlungen, Galerien und Künstlern. Klar hat nach Studium und Promotion in Erlangen unter anderem an Museen in New York, Venedig, Emden und London gearbeitet. Er wolle im Wiesbadener Museum die Kooperation mit der Forschung verstärken: «Ein publikumswirksames Haus ist eines, das gut forscht.»
Klar kündigte an, von den Beständen aus dem 19. Jahrhundert wieder mehr zu zeigen. Größter Schatz des Museums sind indes die Werke des Expressionisten Alexej von Jawlensky (1864-1941), der zuletzt in Wiesbaden lebte. Rattemeyer hatte die Dauerausstellung auf Jawlensky konzentriert und daran seine vielbeachteten Ausstellungen mit zeitgenössischer Kunst geknüpft.
Mit der schwierigen Vergangenheit des Wiesbadener Museums wolle er offensiv umgehen, sagte Klar. Der frühere Direktor Hermann Voss (1884-1969) war ein führender Nazi-Kunstpolitiker gewesen und hatte Bilder für Adolf Hitlers geplantes Führermuseum in Linz gesammelt. Das Museum prüft seine Bestände derzeit auf Raubkunst und hat bereits ein Gemälde an Erben der früheren jüdischen Besitzer zurückgegeben. Weitere Rückgaben stehen an. Das werde er fortsetzen und solche Bilder vorher ausstellen, sagte Klar: «Ich kann mir vorstellen, Dinge zu hängen, die dann hinterher nicht mehr da hängen.»
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