| «Haus Dacheröden» ist wieder Kulturtreff |
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| Mittwoch, 01. September 2010 um 06:41 Uhr | ||
Erfurt (dpa/th) - Nach mehr als sechs Jahren Wartezeit können die Erfurter ihr Kulturforum «Haus Dacheröden» wieder in Besitz nehmen. Das Renaissancehaus, in dem schon Goethe, Schiller und Wilhelm von Humboldt verkehrten, wird am 2. September mit einer Festwoche wiedereröffnet. Rund 3,71 Millionen Euro kosteten Schwammsanierung und die Beseitigung eines Brandschadens kurz vor der geplanten Neueröffnung im Jahr 2006, sagte Bürgermeisterin Tamara Thierbach (Linke) am Dienstag. «Das Haus war eine Pilgerstätte für Versicherungen, Architekten und Handwerker aller Couleur.» Jetzt soll es sowohl der Hochkultur als auch der alternativen Kunstszene offenstehen.
Geistiger Austausch und künstlerische Geselligkeit sollen wie vor über 200 Jahren die Atmosphäre des Hauses bestimmen. «Es ist kein Vereinshaus, aber es soll Heimstatt für alle werden.» Vereine, Initiativen und Verbände können Salons, Säle und Ausstellungsräume zu günstigen Konditionen mieten. Musik, Literatur, experimentelle Kunst, Medien, Geschichte oder Wissenschaft - es gibt Raum für alles.
Die Stadt will jedoch vor allem junge Künstler wie vom Verein «Klanggerüst» fördern und ihnen Möglichkeiten für ihre Arbeit und die Präsentation geben. In der Kulturszene Erfurts gebe es gerade einen Generationswechsel, sagte Steffi Gorka, Leiterin des Kulturforums.
«Alles außer gewöhnlich» ist das Motto der Eröffnungswoche bis zum 12. September. Angeboten werden Führungen durch das historische Bürgerhaus, Vorträge zum Denkmal und Geschichte des Hauses, junge Literatur, Konzerte und eine Ausstellung mit Malerei von Wolfgang Barton. Hazel Rosentrauch spricht unter dem Titel «Wahlverwandt und ebenbürtig» über Caroline von Dacheröden, der späteren Frau Wilhelm von Humboldts.
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