| Werbeverbot macht Erfurter Museen das Leben schwer |
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| Mittwoch, 01. September 2010 um 06:41 Uhr | ||
Erfurt (dpa/th) - Eine Regelung zur Verschönerung der Stadtbildes erweist sich in Erfurt als Problem für die Kultur: Das 2006 beschlossene Verbot der Fassadenwerbung verurteilt die Museen zum Schattendasein. «Da haben wir uns selbst ein Bein gestellt», sagte Bürgermeisterin Tamara Thierbach (Die Linke) am Dienstag selbstkritisch.
Damals habe niemand daran gedacht, dass Kultureinrichtungen am Haus auf sich aufmerksam machen müssen. Einheimische und Touristen gehen deshalb oft an prächtigen Bürgerhäusern vorbei, nicht ahnend, dass sich hinter den schmucken Fassaden Stadtgeschichts- oder Kunstmuseum verbergen.
Auf das Problem gestoßen wurde die Stadt Anfang Juni mit Wiedereröffnung des sanierten Angermuseums. Der ehemalige Kurmainzische Pack- und Waagehof am Anger hat noch bis zum 3. Oktober die Sonderschau «Natalja Gontscharowa - Zwischen russischer Tradition und europäischer Moderne» aus der Tretjakow- Galerie Moskau im Angebot. Doch im Stadtbild ist davon nichts zu sehen - weder Plakate noch Transparente. Die Besucherzahlen liegen weit hinter den Erwartungen zurück.
Nun wird befürchtet, dass auch das Kulturforum «Haus Dacheröden» nach Wiedereröffnung am 2. September ein ähnliches Schicksal erleiden könnte. «Wir brauchen eine Ausnahmeregelung für die Museen», sagte Thierbach. Sie zeigt sich optimistisch, dass dafür bereits an diesem Mittwoch die Weichen gestellt werden können.
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