| Große Kunst auf kleinem Raum |
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| Donnerstag, 02. September 2010 um 06:49 Uhr | ||
Braunschweig (dpa/lni) - Große Kunst auf kleinem Raum ist derzeit die Devise des Herzog Anton Ulrich-Museums (HAUM) in Braunschweig. In der Kemenate der Burg Dankwarderode präsentiert die Gemäldegalerie des Landes 40 Miniaturen aus ihrem Bestand. «Die Funktion der Miniaturen sind mit Fotos zu vergleichen», sagte Kuratorin Stefanie Werner am Mittwoch bei der Vorstellung der Show, die bis zum 5. Dezember zu sehen ist. Um das Abbild eines geliebten Menschen bei sich tragen zu können, ließen die Adeligen und reichen Bürger seit dem 16. Jahrhundert und verstärkt im 18. und 19. Jahrhundert die kleinen Gemälde malen.
Manche der kunstvollen Porträts finden Platz auf einer Tuchnadel oder auf einem Ring. Die größeren mit maximal 20 Zentimeter Länge und Höhe wurden auch an die Wand gehängt. Um die kleinen Kunstwerke genau betrachten zu können, wurden neben die Ausstellungsvitrinen für die Besucher Lupen aufgehängt.
Doch nicht nur die private Erinnerung hinaus wurde mit Hilfe der Miniaturen gepflegt. «Es war auch sehr beliebt, sich die Bilder von skandalumwitterten Persönlichkeiten an die Wand zu hängen», erzählt die Kunsthistorikerin Werner. Und so haben die kleinen Kostbarkeiten auch so manch eine kleine Geschichte bis in unsere Zeit transportiert. Etwa die Geschichte des Johann Friedrich Struensee (1737-1772), Leibarzt vom dänischen König, der wegen einer angeblichen Affäre mit der Königin auf dem Schafott endete. Und Herzog Carl der II. von Braunschweig ließ seine Mätressen, die Engländerin Lady Charlotte Colville und die Opernsängerin Betty Dermer, Mitte des 19-Jahrhunderts im Miniformat porträtieren.
Die Ausstellung «Miniaturen. Große Malerei auf kleiner Fläche» ist auch ei nwenig aus der Not entstanden. Bis 2013 wird das Museum des Landes für mehr als 25 Millionen Euro saniert. Um in den Jahren des Neu- und Umbaus nicht in Vergessenheit zu geraten, werden in der Burg Dankwarderode Highlights aus den Beständen des Museums gezeigt. Insgesamt beherbergt das Haus 170 000 Kunstwerke.
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