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Abstrakte Kunst


von Michael Külbel




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Erotik und Exotik: Schau beleuchtet kriegerische Amazonen Von Marc Strehler, dpa PDF Drucken E-Mail
Freitag, 03. September 2010 um 07:12 Uhr

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Reine Männerfantasie oder historische Tatsache? Das Historische Museum der Pfalz setzt sich mit dem Mythos der Amazonen auseinander. Und zeigt dabei: Der Kampf war früher nicht nur Männersache.

 

Speyer (dpa) - Sexy, aber gefährlich. Auf diesen Nenner lässt sich das Bild bringen, das sich die alten Griechen von den Amazonen machten. Lange hielt sich der Mythos eines besonders kriegerischen Frauenvolkes, er inspirierte bis in die Neuzeit Künstler. Eine neue Sonderausstellung im Historischen Museum der Pfalz in Speyer geht diesem Mythos von Sonntag an nach und zeigt: Auch wenn es kein Amazonenvolk gab, so betrieben doch schon vor Jahrtausenden Frauen ein blutiges Handwerk, das noch heute eher Männersache ist - den Kampf.

 

Das Bild, das antike Schreiber wie Herodot oder andere Künstler von den Amazonen zeichneten, klingt wie eine Männerfantasie: Schön und recht freizügig waren sie, auf Vasen und Amphoren wurden sie oft mit entblößter Brust dargestellt. Sie lebten unter sich und nur ganz selten waren auch mal Männer bei ihnen geduldet, nämlich zur Fortpflanzung. Und bewaffnet und gefährlich waren sie natürlich.

 

Eine Legende ist das erstmal. «Ein Amazonenvolk hat es nicht gegeben», sagt Museumsdirektor Alexander Koch. «Der Mensch braucht Mythen - zur Orientierung, zum Leben. Aber auch Mythen, an denen er sich reiben kann.» Den alten Griechen dienten die Amazonen als Bestätigung ihres Gesellschaftsmodells, sagt Ausstellungskoordinator Lars Börner. Es war der Gegenentwurf zu ihrem patriarchalischen System. Die Logik dahinter: Wenn die Amazonen als Frauensystem im Kampf besiegt wurden, hieß das: Das von Männern dominierte System ist das Bessere.

 

Aber auch lange nach der Antike faszinierte das Thema immer wieder Künstler. So sind zum Beispiel in der Ausstellung das Gemälde «Amazonenschlacht» von Anselm Feuerbach (1829-1880) und Gemälde anderer Künstler zu sehen. Die Ausstellungsstücke, darunter viele Grabfunde, hat das Museum aus ganz Europa zusammengetragen - von London bis Tiflis.

 

Die Ausstellung geht vor allem auch der Frage nach, wo und wann es tatsächlich Kriegerinnen gab. Prunkstück ist ein Grabfund aus Georgien, der 3000 Jahre alt sein soll. In dem Grab fanden sich als Beigaben unter anderem ein Bronzeschwert und eine Lanzenspitze. Bestattet war dort eine Frau, eine Verletzung ihres Schädels legt den Verdacht nahe, dass sie einmal in einem Kampf schwer verwundet wurde. Es ist nach Angaben des Museums die älteste bekannte Kriegerin überhaupt.

 

Allein in der Ukraine sind rund 200 Gräber von Kriegerinnen entdeckt worden, sagt Börner. In ihnen finden sich typisch weibliche Grabbeigaben wie Schmuck oder Schminkutensilien, aber eben auch Waffen. «Handtasche mit Waffe drin», nennt Börner das scherzhaft.

 

Die Verantwortlichen des Museums glauben, dass man Grabfunde künftig kritischer bewerten muss. Bisher war die Regel: Findet man Waffen in einem Grab, dann war der Bestattete ein Mann. Findet man Schmuck und Schminkutensilien in einem Grab, dann handelte es sich um eine Frau. Künftig müsse man sich die menschlichen Überreste mit den modernen technischen Möglichkeiten wie etwa der DNA-Analyse genauer vornehmen. «In den nächsten Jahren werden zahlreiche "Amazonengräber" entdeckt werden», ist sich Koch sicher. Oder, wie es in der Ausstellung zu diesem Thema heißt: «Die Suche nach den Amazonen hat erst begonnen.»

 

http://www.amazonen.speyer.de

 



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