| Streit um Künstlerakademie in Istanbul |
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| Samstag, 04. September 2010 um 07:59 Uhr | ||
Berlin (dpa) - Streit um die geplante deutsche Künstlerakademie in Istanbul: Der CSU-Kulturpolitiker Peter Gauweiler hat dem Auswärtigen Amt am Freitag vorgeworfen, ohne Rücksprache mit dem Bundestag mit einem neuen Konzept vorgeprescht zu sein. «Die Vorgehensweise ist unglücklich», sagte der Bundestagsabgeordnete der Nachrichtenagentur dpa in Berlin.
Gauweiler ist der Vorsitzende des zuständigen Unterausschusses für Auswärtige Kulturpolitik. Er werde das Thema jetzt für die nächste Sitzung am 27. September auf die Tagesordnung setzen und die im Außenamt für das Projekt zuständige Staatsministerin Cornelia Pieper (FDP) um Teilnahme bitten, sagte Gauweiler.
Pieper hat ein Konzept erarbeitet, das praktisch das Aus der Künstlerakademie Tarabya bedeutet. Gauweiler betonte, Kanzlerin Angela Merkel (CDU) habe sich persönlich für die Akademie ausgesprochen. «Wenn die Bundeskanzlerin ein solches Vorhaben öffentlich verkündet, sollte man meinen, dass es mit dem Auswärtigen Amt abgestimmt ist und dass beide dieses Projekt, das weniger kostet als eine Rakete in Afghanistan, mit ein bisschen mehr Elan und Nachdruck verfolgen.»
Nach einem Beschluss des Bundestags vom vergangenen Jahr sollte in der weitgehend ungenutzten deutschen Residenz in Istanbul eine Künstlerakademie nach dem Vorbild der Villa Massimo in Rom entstehen. 14 Künstler sollten die Möglichkeit erhalten, mit einem Stipendium ein halbes Jahr in der Türkei zu leben und Kontakte zu knüpfen. Piepers Konzept sieht dagegen eine kulturelle Begegnungsstätte und nur noch drei oder vier Appartements vor.
«Wir brauchen kein neues Catering-Center, das kann man billiger bekommen», sagte Gauweiler. Das Reizvolle an der Akademie-Idee sei gerade, dass sie durch den längeren Aufenthalt der Künstler vor Ort auch einen Beitrag zur deutsch-türkischen Integrationsdebatte leisten könne.
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