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Abstrakte Kunst


von Michael Külbel




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Komorowski erlebt bewegende Momente in Sachsenhausen Von Gudrun Janicke, dpa PDF Drucken E-Mail
Samstag, 04. September 2010 um 07:59 Uhr

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«Arbeit macht frei» steht groß am Eisentor. Der Weg führt in die Mahn- und Gedenkstätte des ehemaligen Konzentrationslagers Sachsenhausen nahe Berlin. Das Schicksal der damals Inhaftierten ist nicht vergessen. Polens Präsident erinnert an die Opfer.

 

Sachsenhausen (dpa) - Polens Präsident Bronislaw Komorowski ist die Bewegung am Freitag anzusehen. Lange hält er inne und gedenkt seiner vor 1945 im Konzentrationslager Sachsenhausen bei Berlin inhaftierten Landsleute. Sie wurden hierher von den Nazis deportiert, viele ließen ihr Leben. Mit Bundespräsident Christian Wulff legt er Kränze am zentralen Gedenkort «Station Z» nieder, dort, wo sich die Vernichtungslager befanden.

 

Im Spätherbst 1939 wurden 169 polnische Wissenschaftler und mehr als 1000 tschechische Studenten in das Lager verschleppt. Die Nazis wollten mit den Deportationen die Völker Osteuropas im Kern zerstören. Diese Ereignisse sind in den betroffenen Ländern im Gedächtnis der Menschen tief verwurzelt, in Deutschland kaum bekannt.

 

«Wir brauchen das Gedenken», sagte Komorowski nach dem Rundgang durch eine Sonderausstellung, die an das Schicksal polnischer und tschechischer Intelligenz erinnert. «Ich denke, dass ist eine wichtige Ausstellung. Es sollte Brauch werden, sie regelmäßig in Deutschland und Polen zu zeigen», sagt der Staatsgast. Der Bundespräsident stuft den Besuch in Sachsenhausen, der einer von zahlreichen Punkten im Programm ist, als ebenso wichtig ein wie sein Gast. Das sei «gerade für das polnische Volk, aber auch für uns Deutsche ein wichtiger Termin», sagt Wulff.

 

Komorowski weiß genau, welche Qualen und Leiden die Häftlinge in Sachsenhausen erdulden mussten. Kurz bleibt er an einem Ort stehen, der als «Sohlenprüfstrecke» von den Nazis genutzt wurde. Er weiß, dass die Häftlinge eines Strafkommandos dort 30 bis 40 Kilometer am Tag laufen mussten. Als er erfährt, dass die Opfer noch zusätzlich einen 25 Kilogramm schweren Rucksack tragen mussten, ist er zutiefst ergriffen.

 

Die Sonderschau «Vergessene Vernichtung?» entstand in Zusammenarbeit mit der Jagiellonen-Universität Krakau und mit der Karls-Universität Prag. «Viele der auf den Fotos abgebildeten polnischen Intellektuellen waren Komorowski mit Namen bekannt», sagt der Leiter Mahn- und Gedenkstätte, Günter Morsch. Rund 700 Exponate werden präsentiert, viele erstmals.

 

Mit dem Schriftsteller Andrzej Szczypiorski, der zum 50. Jahrestag der Befreiung des Konzentrationslagers 1995 eine bewegende Rede gehalten hatte, verbinde ihn eine persönliche Beziehung, erzählt Komorowski. Während der Zeit der polnischen Militärdiktatur hätten beide ein halbes Jahr lang in einem Internierungslager gesessen.

 

Zwischen 1936 und 1945 waren Zehntausende Polen in Sachsenhausen inhaftiert. Neben Häftlingen aus den Gebieten der ehemaligen Sowjetunion stellten sie eine der größten Gruppen. Nach dem Überfall auf Polen wurden im September 1939 rund 1200 polnische Juden, die in Deutschland lebten, nach Sachsenhausen deportiert. Im November 1939 wurden die Krakauer Professoren eingeliefert. Auch mehr als 600 polnische Priester waren inhaftiert. Nach Ausbruch des Warschauer Aufstandes 1944 wurden 6000 polnische Widerstandskämpfer deportiert. An der Befreiung von Sachsenhausen am 22. April waren auch Einheiten der 1. Polnischen Armee beteiligt.

 

Komorowski nimmt zum Abschluss den Nachdruck eines Liederbuches mit nach Hause. Häftlinge haben die Lieder auf ihren Todesmärschen gesungen. Er blättert kurz darin und schweigt.

 

 

http://www.stiftung-bg.de/gums/index.htm

 



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