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Abstrakte Kunst


von Michael Külbel




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Kauen für die Kunst: Kaugummi-Klage scheitert vor Gericht Von Christina Horsten und Martin Höke, dpa PDF Drucken E-Mail
Donnerstag, 09. September 2010 um 06:41 Uhr

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Zerkaut oder nur angebissen? Egal, meint zumindest das Düsseldorfer Landgericht und beendete damit einen bizarren Rechtsstreit um Kunst aus Kaugummistreifen.

 

Düsseldorf (dpa) - Ratlos stand die Kunststudentin Karin Karrenberg 1971 vor einer Leinwand und einem Haufen amerikanischer Kaugummistreifen. «Ich sollte 40 Bilder herstellen, auf schwarzem Grund wohlgeordnet, die Kaugummis aufgeklebt und jeweils ein Kaugummi angekaut.» Als Vorlage dienten ihr Skizzen des französischen Künstlers Francois Morellet, in dessen Auftrag Karrenberg für die Düsseldorfer «EatArt Galerie» jobbte.

 

Rund 40 Jahre später ist um die Kaugummi-Collagen ein bizarrer Rechtsstreit entbrannt, der am Mittwoch vor dem Düsseldorfer Landgericht sein vorläufiges Ende fand. Karrenberg, heute Kunst- und Englischlehrerin an einem Düsseldorfer Gymnasium, war vor Gericht gezogen. Sie sei die eigentliche Urheberin der Werke - nicht Morellet, dessen Name bei einer Ausstellung im vergangenen Jahr unter sechs der Kaugummi-Collagen zu lesen war. Zwar habe sie nach Vorlagen von Morellet gearbeitet, aber anders als von ihm gefordert habe sie die Kaugummis nur angebissen - nicht zerkaut.

 

Das spiele keine Rolle, entschieden die Richter und wiesen die Klage der 59-Jährigen ab. «Die Klägerin kann nicht als Urheberin im Sinne des Urheberrechts angesehen werden», sagte Gerichtssprecher Peter Schütz. Das eigenmächtige Anbeißen anstelle des Zerkauens eines Kaugummis sei kein «eigenständiger Schöpfungsakt», die Abweichung von der Original-Vorlage zu gering. Karrenberg überlegt nun, in Berufung zu gehen.

 

Der vorläufige Sieger im Kaugummi-Streit triumphiert. Carlos Schröter, der ehemalige Mitinhaber der «EatArt Galerie», sagt: «Sie hatte die Aufgabe, den Rahmen zu machen, dann zu überziehen, zu färben und die Kaugummis aufzukleben, ganz einfach.» Dass Künstler ihre Werke von Assistenten herstellen lassen, sei in der Kunstwelt etwas ganz Normales - wie auch das Beispiel des 2007 gestorbenen Künstlers Jörg Immendorf zeige. «Der hat ja auch eine Malerin beschäftigt, die Frau ist ja auch nie genannt auf den Bildern.»

 

Ein Verkaufsschlager waren die Kaugummi-Collagen ohnehin nie. Der heute 84-jährige Morellet will sich schon gar nicht mehr an die Bilder erinnern. 375 Mark verlangte die «EatArt Galerie» Anfang der 70er für ein Kaugummi-Kunstwerk, ohne Rahmen 200 Mark. Nur etwa zehn der insgesamt 40 Collagen seien damals verkauft worden, erinnert sich Schröter. Die meisten anderen seien längst vergammelt.

 



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