| Künstler auf Reisen - neue Ausstellung in Karlsruhe Von Sonja Breining, dpa |
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| Freitag, 10. September 2010 um 06:36 Uhr | ||
Kunst, Kultur, Landschaft und das besondere Licht Italiens begeistert seit jeher Reisende. Auch Künstler ließen sich vom italienischen Lebensgefühl anregen. Eine neue Ausstellung zeigt nun ihren ganz besonderen Blick auf das mediterrane Land.
Karlsruhe (dpa/lsw) - Inspiriert von der italienischen Kunst, der Natur und dem Klima fuhren Maler wie Anselm Feuerbach, Joseph Anton Koch und Jean-Honoré Fragonard gerne in den sonnigen Süden. Was dabei entstand, zeigt die Staatliche Kunsthalle Karlsruhe vom 11. September bis zum 28. November in der Ausstellung «Viaggio in Italia. Künstler auf Reisen 1770 - 1880». Die knapp 200 ausgestellten Zeichnungen, Gemälde, Aquarelle, Ölstudien, Druckgrafiken und großformatigen Kartons sind die Ergebnisse der Italienreisen von rund 50 - hauptsächlich deutschen und französischen - Künstlern aus dem 18. und 19. Jahrhundert.
«Rom war im 18. Und 19. Jahrhundert das Zentrum der Welt, eine Reise dorthin war für Künstler ein Muss», sagt die Direktorin der Kunsthalle, Pia Müller-Tamm. «Trotz ihrer großen Faszination berichteten die Künstler auch von Schwierigkeiten ihres Aufenthalts», erzählt Kuratorin Astrid Reuter. «Friedrich von Weinbrenner etwa schildert in seinen Erinnerungen auch Bedrohungen und Betrügereien.»
Den Schwerpunkt der Ausstellung bilden Landschaftsmotive, etwa Wasserfälle, Felsen, Berge, Küstenstreifen oder Parkanlagen. Auch das ländliche Leben interessierte die Künstler - oft stellten sie es etwas idealisiert dar. Daneben sind Brücken, Tempel, Klöster oder Aquädukte zu sehen. In den 20er- und 30er-Jahren des 19. Jahrhunderts gewann die Umsetzung des südlichen Lichts an Bedeutung.
Ein Raum zeigt ausschließlich Werke von Karlsruher Architekten, die italienische Bauwerke skizzierten. Darunter ist auch Friedrich Weinbrenner, der um 1800 das Karlsruher Stadtbild wesentlich mitbestimmte. In den religiösen Bildern der Nazarener werden Kunstelemente der italienischen Frührenaissance deutlich.
Die Werke stammen aus einer Sammlung der Kunsthalle, die bereits vom badischen Fürstenhaus angelegt wurde. Vor allem Großherzog Leopold, der als junger Mann eine Bildungsreise durch Italien unternommen hatte, förderte Künstler und vergab Reisestipendien.
Unter den nur zwei weiblichen Künstlerinnen ist eine zeitgenössische: Andrea Faciu aus Rumänien. Vorgeführt wird ihr 40 Minuten langes Videoprojekt «Touching the City». Die Aufnahmen der Villa-RomanaPreisträgerin von 2007 zeigen, wie sie die weniger schönen Ecken von Florenz erkundet, zum Beispiel eine Baustelle. «Mir ging es darum, Städte auf eine andere Art zu entdecken, nämlich mit einem zeitgenössischen Blick, der auch die Schönheit von "Unorten" wahrnimmt», sagt die 32-Jährige. Ihre Hand spielt in den Aufnahmen die Hauptrolle - sie ertastet Tore und Mauern.
Zum Begleitprogramm der Ausstellung gehören ein «Italienischer Sonntag», Vorträge, Lesungen, zwei Konzerte und ein Filmprogramm. Zur Ausstellung ist im Deutschen Kunstverlag ein 330 Seiten umfassender Katalog erschienen.
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Gerne würde ich einen Ausstellungskatalog kaufen zum Thema Künstler in Italien. Ist dies möglich? Zu welchem Preis? Herzliche Grüße, Christoph Zehnder