| Kunstfest bereitet sich auf «Vision» vor |
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| Samstag, 11. September 2010 um 08:20 Uhr | ||
Das Kunstfest Weimar geht am Sonntag mit einem Besucherrekord zu Ende. 2011 wird dann unter dem Motto «Vision» der 200. Geburtstag des Weimarer Hauskomponisten Franz Liszt gefeiert.
Weimar(dpa/th) - Nachdem sich das Kunstfest Weimar in diesem Jahr von den «Irrlichtern» verführen ließ, sucht das Team um Nike Wagner im kommenden Jahr nach einer «Vision». Dabei sollen der Weimarer Komponist und Kunstfest-Pate Franz Liszt (1811-1886) und sein Schwiegersohn Richard Wagner (1813-1883) als «Zukunftsmusiker» vorgestellt werden, kündigte Festival-Chefin Wagner an. Sie ist die Ururenkelin Liszts und Urenkelin Richard Wagners. Zu den rund 30 Konzerten, Tanzabenden und Lesungen der «pèlerinages» in diesem Jahr kamen knapp 20 000 Besucher - so viele wie noch nie.
«Die Irrlichter haben uns nicht in die Irre geführt, sondern uns viele Glanzlichter beschert», resümierte Wagner am Freitag. Ganz ohne Probleme sei ihr «verflixtes siebtes Jahr» als Kunstfest-Chefin aber nicht über die Bühne gegangen. Mehrere hochkarätige Künstler fielen kurzfristig wegen Krankheit aus. Es sei aber möglich gewesen, immer Ersatz zu organisieren. Das Kunstfest 2010 geht an diesem Sonntag mit einem Konzert des SWR-Sinfonieorchesters und den Geschwistern Carolin (Geige) und Jörg Widmann (Komponist/Klarinette) zu Ende.
Erstmals gab es mit den Auftritten der Merce Cunningham Dance Company Veranstaltungen des Kunstfests in der Landeshauptstadt Erfurt. Das sei mit fast 3000 Besuchern ein gelungenes Experiment gewesen, sagte Kunstfest-Geschäftsführer Ulrich Hauschild. Trotzdem solle das Kunstfest 2011 wieder komplett in Weimar bleiben.
Im kommenden Jahr steht es vom 19. August bis 11. September im Zeichen des 200. Geburtstages von Franz Liszt. Das Motto «Vision» ist - wie beim Kunstfest üblich - einem Stück des Komponisten entlehnt. Als Geburtstagsgeschenk schreiben Komponisten aus den sieben Ländern, in denen Liszt gelebt hat, jeweils «Hommages an Liszt», die beim Kunstfest uraufgeführt werden, kündigte Wagner an. Mehrere Konzerte soll außerdem der französische Pianist Pierre- Laurent Aimard als «artist in residence» bestreiten. Der Grammy- und Echo-Preisträger habe eine einzigartige Begabung, zeitgenössische Musik einem breiten Publikum zugänglich zu machen.
Im kommenden Jahr will das Kunstfest außerdem enger mit der Musikhochschule Weimar zusammenarbeiten. Beim traditionellen Auftaktkonzert «Gedächtnis Buchenwald» soll das neu gegründete Young Philharmonic Orchestra Jerusalem-Weimar auf der Bühne stehen. Es besteht je zur Hälfte aus Studenten der beiden Städte. Dirigiert wird das Konzert von dem Nachwuchs-Dirigenten David Afkham, der in Weimar studiert hat.
Das Kunstfest hatte in diesem Jahr einen Etat von 1,5 Millionen Euro. Rund 500 000 Euro kamen vom Land Thüringen, 300 000 Euro von der Kulturstiftung des Bundes, 250 000 Euro von der Stadt Weimar. Im kommenden Jahr wird die Kulturstiftung ihre Förderung um 100 000 Euro kürzen, sagte Hauschild. Das werde aber teilweise vom Land aufgefangen.
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