| Trauer um Bohley - Lieberknecht: «mutige Frau» |
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| Montag, 13. September 2010 um 06:40 Uhr | ||
Erfurt (dpa/th) - Der Tod der früheren DDR-Bürgerrechtlerin Bärbel Bohley hat in Thüringen Trauer ausgelöst. CDU-Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht würdigte sie als mutige Frau, die große Verdienste für die deutsche Wiedervereinigung erworben habe. «Sie ist konsequent für Reformen und gegen die SED-Diktatur in der DDR eingetreten.» Kultusminister Christoph Matschie (SPD) sagte der Nachrichtenagentur dpa: «Sie war eine ganz wichtige Stimme nicht nur der DDR-Opposition, sondern einer wachen und engagierten Bürgergesellschaft. Ihre Stimme wird uns fehlen.» Bohley starb am Samstag mit 65 Jahren an einem Krebsleiden.
Sie habe als Mitbegründerin des Neuen Forums vielen Menschen Mut gemacht, sich selbst zu engagieren, sagte Matschie, dessen Aufstieg zum Spitzenmann der Thüringer SPD im Wendeherbst 1989 begann. Der Vize-Ministerpräsident betonte, dass Bohley zu denjenigen aus der DDR-Bürgerrechtsbewegung gehört habe, die auch in den vergangenen Jahren immer wieder ihre Stimme erhoben haben. «Es ist wichtig, dass es so eine aktive Bürgergesellschaft gibt, die sich einmischt und Politik nicht allein den Parteien und Politikern überlässt.»
Bohley habe die DDR-Oppositionsbewegung in den 1980er Jahren entscheidend geprägt, betonte die Thüringer Stasi-Unterlagen- Beauftragte Hildigund Neubert. Mit ihren Veröffentlichungen in Untergrundpublikationen habe sie wesentlich zur Entwicklung und Vernetzung der Opposition beigetragen. «Das ist eine sehr traurige Nachricht», zeigte sich Neubert vom Tod der Bürgerrechtlerin betroffen.
«Frau Bohley ist für viele ehemalige DDR-Bürger eine der ganz wichtigen Identifikationsfiguren für den politischen Aufbruch in der ehemaligen DDR», erklärte der Chef der SPD-Fraktion im Landtag, Uwe Höhn. «Wie kaum eine andere stand sie für den aufrechten Gang in einem verkrusteten System, das zum Untergang verurteilt war.» Die 1989 errungene Freiheit sei entscheidend Bärbel Bohley und ihren Mitstreitern zu verdanken.
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