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Abstrakte Kunst


von Michael Külbel




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Kunst & Kultur

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Von Buddha bis Van Gogh - Japans Kunstmuseen wetteifern um Besucher Von Lars Nicolaysen, dpa PDF Drucken E-Mail
Donnerstag, 16. September 2010 um 09:43 Uhr

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Japaner sind große Kunstliebhaber. Werke westlicher Künstler wie Van Gogh oder Monet stehen hoch im Kurs. Nun aber erobert auch die eigene Kunst die Herzen der Japaner. Zugleich jedoch wird es für die Museen in Zeiten der Wirtschaftsflaute schwieriger, Besucher anzuziehen.

 

Tokio (dpa) - Von der Decke der Tokioter U-Bahn blickt Vincent van Gogh auf die Fahrgäste herab. Das Poster mit dem Selbstporträt des niederländischen Künstlers wirbt für eine neue Ausstellung über den Werdegang Van Goghs im National Art Center im Tokioter Stadtteil Roppongi. Zur selben Zeit präsentiert das Mitsui Memorial Museum in Tokio Buddha-Figuren aus Tempeln der alten Kaiserstadt Nara - Japaner sind große Kunstliebhaber. Mit seinen rund 6000 Museen und Kunsthallen kann sich das Inselreich mit der Museumshochburg Deutschland messen lassen. Große Künstler des Westens wie Van Gogh oder Monet stehen seit langem hoch im Kurs, inzwischen aber entdecken die Japaner auch Kunstwerke aus der eigenen Heimat. Doch wächst in Zeiten der Wirtschaftsflaute zunehmend die Konkurrenz um Besucher.

 

«Kunstwerke von Impressionisten bis Ècole de Paris genießen nach wie vor hohe Popularität», weiß Yusuke Minami, Kurator am National Art Center in Tokio, über die Vorlieben seiner Landsleute zu berichten. Gerade hat sein Haus einen enormen Erfolg mit Werken aus dem Musée dOrsay gefeiert: Rund 780 000 Besucher strömten in das moderne Museumsgebäude und übten sich, wie in Japan bei besonderen Anlässen üblich, geduldig in stundenlangem Schlangestehen. Zufällig können Japaner dieses Jahr zwischen gleich mehreren Ausstellungen zu Impressionisten wie Postimpressionisten wählen, von Renoir, den Minami im Frühjahr zeigte, über Manet im Mitsubishi Museum bis zu Degas, dessen Werke noch bis Dezember in Yokohama präsentiert werden.

 

Zugleich jedoch gebe es seit geraumer Zeit einen regelrechten Boom für japanische Kunst, erzählt Minami im Gespräch. So hatte eine Ausstellung im Tokioter Nationalmuseum mit zahlreichen Nationalschätzen an buddhistischen Skulpturen aus dem 1300 Jahre alten Tempel Ko Fuku Ji in Nara vergangenes Jahr innerhalb von drei Monaten mehr als 800 000 Besucher angelockt. «Es wird japanische Kunst wiederentdeckt, so dass gute Ausstellungen mit japanischen Kunstwerken generell sehr viele Besucher anziehen», so Minami.

 

Wenn der Kurator hier von japanischer Kunst spricht, dann meint er Werke bis zum 16. Jahrhundert. «Das ist nicht unbedingt für heutige Japaner etwas, womit sie vertraut sind. Die Leute entdecken sie neu und bewundern sie.» Zugleich sei das Interesse an moderner japanischer Kunst gestiegen. Viele Werke behandelten gesellschaftliche Themen wie die Rolle der Geschlechter oder Krieg. Der Künstler Yoshitomo Nara zum Beispiel ist bekannt für seine gemalten Bilder von Kindern mit trotzigem Blick. Kurator Minami erklärt die Beliebtheit seiner Werke so: «Viele Menschen in der heutigen Gesellschaft führen zwar äußerlich ein ganz normales Leben, fühlen sich aber innerlich verlassen und verloren». Viele Menschen könnten sich daher gut mit Naras Figuren identifizieren.

 

Dass das Interesse der Japaner an der heimischen Kunst gestiegen ist, liege nicht zuletzt auch an dem Umstand, dass traditionelle Japanische Werke im Ausland hoch angesehen seien. «Japaner reagieren ziemlich sensibel auf die Beurteilung des Auslands», sagt Minami. Hinzu komme, dass Japaner generell gerne Trends folgen, meint Yuji Kurihara von der Abteilung für Schöne Künste im Kulturministerium. Besonders an buddhistischen Figuren bestehe verstärktes Interesse. Als Grund für die hohe Zahl an Museen nennt er die Sammelleidenschaft seiner Landsleute. «Privatleute oder Firmen, die Geld haben und Kunst sammeln, behalten die Werke für sich, statt sie Museen zu geben», sagt der Beamte. Stattdessen bauten sie sich dann irgendwann ein eigenes Museum. «Das Bewusstsein, dass Kunstwerke der Öffentlichkeit gehören, ist in Japan noch unterentwickelt».

 

Viele öffentliche Museen leiden in Japan angesichts der Wirtschaftsflaute unter Geldnot. Bisher hatten sie vor allem von Sonderausstellungen gelebt. Doch nun haben sie immer weniger Geld, um an neue Werke zu kommen. «Sie müssen sich daher etwas einfallen lassen, wie sie mit den vorhandenen Beständen Besucher anlocken können», so Kurihara. Doch auch bei den Besuchern sitzt das Geld nicht mehr so locker. «Leute, die früher im Jahr fünf oder sechs Ausstellungen besuchten, gehen nur noch zu drei oder vier», weiß auch Minami zu berichten. Viele überlegten sich inzwischen genau, bei welchen Ausstellungen sich ein Besuch für sie am meisten lohne.

 



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