| Schirmer-Rücktritt: Kultursenator völlig überrascht |
|
|
|
| Donnerstag, 16. September 2010 um 09:43 Uhr | ||
Hamburg (dpa/lno) - Vom Rücktritt des Intendanten des Deutschen Schauspielhauses in Hamburg, Friedrich Schirmer (59), ist Kultursenator Reinhard Stuth (CDU) völlig überrascht worden. Stuth, der noch nicht einmal drei Wochen im Amt ist, sagte dem Magazin NDR Kultur: «Ich war, als Herr Schirmer das erste Mal mit mir darüber sprach, vollkommen sprachlos.» Er werde nun erst einmal mit den führenden Vertretern des Schauspielhauses und anderer Hamburger Theater sowie Fachleuten außerhalb Hamburgs sprechen, um zu sehen, wie es weitergehen könne. Dies werde noch einige Zeit dauern, sagte der Senator.
Schirmer hatte am Dienstag wegen der «gravierenden Unterfinanzierung» des Theaters das Handtuch geworfen.
Der Intendant des Hamburger Thalia-Theaters, Joachim Lux, äußerte sein Bedauern über den «überstürzten Rücktritt» Schirmers. «Ich kann ihn mir nur so erklären, dass ihm die ökonomischen Schwierigkeiten des Schauspielhauses offenbar unüberwindbar schienen», sagte Lux. Tatsächlich würden immer mehr Kulturinstitute in Hamburg in die Schraube von latenter Unterfinanzierung plus drohenden neuen Sparvorgaben geraten. «Ich muss allerdings auch sagen, dass ich mich mit den vielen Rücktritten in der letzten Zeit schwer tue, denn es gibt immer auch eine Verantwortung für die Mitarbeiter, die man zurücklässt.»
Lux warnte davor, zu glauben, man könne mit einer Schließung des Schauspielhauses Geld sparen. «Was Not tut ist eine Unterstützung der Kultur seitens der Politik, was vor allem bedeutet: eine solide Finanzierung. Schließlich müssen sich die Kulturinstitutionen spartenübergreifend noch enger zusammenschließen und gegenseitig stärken», unterstrich der Chef des Thalia Theaters.
Sein Vorgänger Ulrich Khuon, inzwischen Intendant des Deutschen Theaters in Berlin, zeigte sich im Gespräch mit NDR Kultur «geschockt». Er kenne keinen Fall, dass ein Intendant seinen Rücktritt mit einer Frist von nur zwei Wochen angekündigt habe. Khuon sagte: «Das ist für ein Haus eigentlich eine Katastrophe, zumal ja davon auszugehen ist, dass auch zum Ende dieser Spielzeit kein neuer Intendant zu finden ist für das Deutsche Schauspielhaus.»
|
























































