| «Bergmalerin» Irmgard Uhlig wird 100 Jahre alt Von Richard Schmieder, dpa |
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| Donnerstag, 16. September 2010 um 09:43 Uhr | ||
Ihr bevorzugtes Sujet ist die Natur. Irmgard Uhlig hat sich in der Szene einen Namen als «Malerin der Berge» gemacht. Am 29. Oktober feiert die Künstlerin, die in Dresden lebt, ihren 100. Geburtstag. Seit Mittwoch ist ihr hier eine Jubiläumsausstellung gewidmet.
Dresden (dpa/sn) - Sie gilt als Nestorin der deutschen Berg- und Landschaftsmalerei: Irmgard Uhlig. Ende Oktober wird sie 100 Jahre alt - die Werke ihrer Jubiläumsausstellung hat sie selbst ausgewählt. Seit Mittwoch ist die Schau «Elblandschaften» im Rathaus des Dresdner Stadtteils Leuben zu sehen. 24 großformatige Aquarelle geben einen Überblick über das Schaffen der Malerin zwischen 1940 und 1980. Ihr Gesamtwerk umfasst mehrere tausend Arbeiten. Bei der Bilderauswahl für Expositionen überlässt Uhlig nichts dem Zufall: «Sie müssen schon jeweils zueinander passen und so tausche ich immer wieder das eine gegen das vielleicht stimmigere aus.»
Das Faible für hohe Berge wurde Irmgard Uhlig praktisch in die Wiege gelegt. Sie kam in Deutschlands höchstgelegener Stadt Oberwiesenthal auf die Welt. Hier befindet sich mit dem 1214 Meter hohen Fichtelberg zugleich Sachsens höchste Erhebung. Ihre Schulzeit bis zum Abitur verbrachte Uhlig im sächsischen Nossen. «Schon dort hatte ich immer die Note 1 im Zeichnen», erinnert sich die kleine, zierliche Frau. Nach einem Pädagogikstudium arbeitete sie jahrelang als Lehrerin für Zeichnen und Kunsterziehung in mehreren Städten. «Ich hätte lieber etwas anderes gemacht», lautet heute ihr Fazit.
Erste kleine Aquarelle und Zeichnungen entstanden 1930 bei einem Aufenthalt im österreichischen Salzburg mit Wanderungen in den Kalkalpen; im Jahr darauf folgten Malfahrten in die Stubaier und die Ötztaler Alpen. «1933 trat ich in die Sektion Dresden des Deutschen Alpenvereins ein», weiß Irmgard Uhlig noch genau. Damals kletterte sie erstmals im sächsischen Elbsandsteingebirge. «Der Kleine Gansfelsen war mein Premierengipfel.» Weitere folgten. «Zeichen- und Malutensilien habe ich immer im Rucksack, denn die Motive reizen mich, sie auf Papier festzuhalten.»
Ihre Zeichnungen, Aquarelle und Gemälde erzählen vor allem von Bergtouren. «Als der Westen gesperrt war, unternahm ich Reisen in die östlichen Gebirge, ab 1970 als Rentnerin wieder Alpenfahrten», erzählt die Künstlerin. Irmgard Uhlig zeichnete Landschaften in Vietnam und China, war ab 1990 unterwegs in Spanien, Griechenland und Ägypten. Sie besuchte den Grand Canyon, weilte in Marokko und auf Teneriffa, durchstreifte Sizilien und nutzte Schiffsreisen zu Mittelmeerinseln für ihre Malerei. Viele Bilder entstanden als Auftragswerke.
In mehr als 50 Ausstellungen präsentierte Uhlig bisher ihre Werke. Zum 800-jährigen Stadtjubiläum Dresdens waren 2006 «Trümmerbilder» zu sehen - Ansichten der im Zweiten Weltkrieg zerstörten Stadt. Die genaue Zahl ihrer Werke kennt Uhlig nach eigenem Bekunden nicht. Noch immer kommen neue hinzu. «Mein Suchen ist noch nicht zu Ende», sagt die Malerin.
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