| Ruhr.2010 startet Kulturfestival «Melez» im Zug durchs Revier |
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| Donnerstag, 16. September 2010 um 09:43 Uhr | ||
Menschen aus 170 Ländern leben im Ruhrgebiet Tür an Tür. Ihr Miteinander ist Thema eines der größten Kulturhauptstadtprojekte im Herbst.
Oberhausen (dpa/lnw) - Ein komplettes Kulturfestival mit mehr als 70 Veranstaltungen in einem orientalisch bemalten Zug, der quer durchs Ruhrgebiet rollt - unter dem Titel «Melez» (Mischling) macht die Ruhr.2010 im Oktober die kulturelle und nationale Vielfalt im Revier zum Thema.
Zwischen Duisburg und Dortmund leben Menschen aus rund 170 Ländern meist friedlich zusammen. Das rollende Programm mit Musik, Theater, Vorträgen, Filmen, und Gesprächsrunden präsentiert unter anderem die türkischen, griechischen, holländischen und polnischen Einflüsse in der Region. «Sarrazin will trennen, wir fragen nach Gemeinsamkeiten der Nationen», sagte Festivalchefin Asli Sevindim am Mittwoch bei der Programmpräsentation in Oberhausen.
Das Festival startet am 2. Oktober mit einer Stadtteilführung durch Duisburg-Marxloh - das Viertel ist durch seine europaweit einzigartige Zusammenballung von 52 türkischen Hochzeitsläden auf engstem Raum berühmt. Einen Tag später geht es in dem Zug, den 60- Bahnlehrlinge ehrenamtlich umgebaut und gold und türkis angemalt haben, auf die Reise durchs Revier - auf Nebenstrecken, die sonst nur Güterzüge befahren und mit jeweils unterschiedlichen Angeboten in jedem der fünf Waggons.
13 Zugfahrten auf unterschiedlichen Strecken durch das Ruhrgebiet sind geplant. Zum Abschluss gibt es ein viertägiges Fest in der Bochumer Jahrhunderthalle an einem 120 Meter langen Holztisch, der Bühne, Laufsteg und Esstisch zugleich wird.
Einige Beispiele aus dem Festivalprogramm: Im «Liebes-Express» schreiben, texten und singen Laien in nur 2,5 Stunden ein neues Liebeslied und führen es am Zielbahnhof auf. Das Polnische Institut geht im Salonwagen unter dem Motto «Tod in Breslau» auf Mördersuche und türkische Gastarbeiter aus den 60er und 70er Jahren erzählen, wie sie vor vielen Jahren - fast immer mit dem Zug - im Ruhrgebiet angekommen sind und hier Fuß gefasst haben.
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