| Zwei durch Krieg verlorene Bilder zurück im Museum |
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| Freitag, 17. September 2010 um 06:46 Uhr | ||
Schwerin (dpa/mv) - Zwei in den Wirren des Zweiten Weltkriegs verschollene Gemälde sind wieder im Staatlichen Museum Schwerin. Es handelt sich um die Werke «Inneres der Oude Kerk in Delft» des holländischen Malers Hendrick van Vliet aus dem Jahr 1659 und «Bach im Winter (Dargun)» von Marie Hager aus dem Jahr 1920, wie das Museum am Donnerstag mitteilte.
Die Gemälde seien im Krieg im Schloss Ivenack (Landkreis Demmin) ausgelagert gewesen. 1946 habe sie eine Frau von russischen Soldaten als Lohn für Munitionsräumarbeiten erhalten, sagte Museumsdirektor Dirk Blübaum. Das Bild von Maria Hager hatte die Frau laut Museum in ihrer Wohnung aufgehängt, allerdings habe sie es in den Rahmen des kleineren holländischen Gemäldes gefügt, das ebenfalls noch darin gewesen sei. Dadurch seien Kanten im Hager-Gemälde entstanden, die nun mühsam zurückgefaltet werden sollen.
Der Sohn habe im Nachlass seiner Eltern das doppelte Bild entdeckt und sich vor einem Jahr beim Museum gemeldet. Über den Finderlohn wollte das Museum ebenso wenig verraten wie über den derzeitigen genauen Wert der beiden Bilder. Nur so viel: Für ein niederländisches Gemälde dieser Art werde auf dem Kunstmarkt eine sechsstellige Summe bezahlt. Beide Gemälde sollen frühestens im nächsten Jahr im Museum zu sehen sein.
Insgesamt sind im Verlustkatalog von 1998 laut Museumsforscherin Susanne Fiedler 666 Gemälde registriert, die in den Wirren im oder nach dem Zweiten Weltkrieg verloren gegangen sind. 25 davon seien inzwischen wieder aufgetaucht. Zudem habe das Museum weitere Stücke wie Keramiken, Münzen oder Briefe durch Kriegswirren verloren - insgesamt seien es über 5000 Verlustobjekte.
Der holländische Maler van Vliet (1611/12- 1672) gehörte zur Delfter Schule. Die Landschafts- und Architekturmalerin Marie Hager wurde 1872 in Penzlin (heute Landkreis Müritz) geboren. Ihre Bilder waren schon 1912 in Berlin, München, Hamburg und Paris zu sehen. Sie malte fast immer im Freien, mit breiten, festen Strichen im spätimpressionistischen Stil. 1921 ließ sie sich ein Haus im heutigen Burg Stargard (Kreis Mecklenburg-Strelitz) bauen.
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