| Lateinamerika setzt in Bonn Akzente mit moderner Kunst Von Günter Wächter, dpa |
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| Freitag, 17. September 2010 um 06:46 Uhr | ||
Moderne Kunst aus Lateinamerika ist in den Museen der Welt auf dem Vormarsch. Die großen Häuser in den USA und Großbritannien beschäftigen bereits Kustoden für Lateinamerika. Nachdem eine Ausstellung in Miami Aufsehen erregte, hat die Bundeskunsthalle Bonn sie jetzt nach Europa geholt.
Bonn (dpa/lnw) - Das Kapitel der abstrakten Farben- und Formensprache in der Kunst schien weitgehend abgeschlossen. Doch jetzt zeigt die Ausstellung «Vibraciòn. Moderne Kunst aus Lateinamerika», in der Bonner Bundeskunsthalle, dass der Schlusspunkt noch lange nicht gesetzt ist. Die Ideen in Europa und Südamerika mögen die gleichen gewesen sein, aber die Künstler in Argentinien, Brasilien, Uruguay und Venezuela fanden oft andere Lösungen bei der Umsetzung, die hier bisher nicht beachtet wurden. Die Überblicksausstellung, die ab Freitag bis zum 30. Januar 2011 erstmals in Europa gezeigt wird, ist eine Entdeckung wert.
Kernstück der Schau ist die Sammlung der Cisneros Fontanals Art Foundation aus Miami. Sie gilt nach Angaben des Intendanten der Bundeskunsthalle, Robert Fleck, als das Beste vom Besten zu diesem Thema. Bei ihrer Präsentation vor zwei Jahren in den USA sorgte sie für Aufsehen. Die Ausstellung präsentiert die wichtigsten Entwicklungslinien innerhalb der abstrakt geometrischen Kunst und ihrer lebendigsten Zentren in Lateinamerika.
Ein Blickfang ist das kinetische Wandbild «Continuel Mobile» (Fortlaufendes Mobile) von Julio Le Parc, das erstmals 1963 installiert wurde. An Nylonfäden aufgereihte glänzende Stahlplättchen reflektieren das Licht und sind dabei in ständiger Bewegung, angetrieben vom Luftzug im Raum. Der Künstler sagt dazu, die Arbeit führe zu einer Form der «lateralen Sicht», die fortwährend mit der Erfassung des Wandbildes beschäftigt sei, weil es sich unaufhörlich bewege und deshalb ein offenes Werk bleibe.
Eine bedeutende Rolle im kulturellen Austausch zwischen den Kontinenten spielten europäische Künstler, die zur Zeit des Nationalsozialismus nach Lateinamerika auswanderten. Die meisten wurden in ihren Heimatländern vergessen. In Bonn werden jetzt drei jüdische Emigrantinnen vorgestellt, die es allen Widrigkeiten zum Trotz schafften, in der neuen Welt einen eigenen erfolgreichen künstlerischen Weg einzuschlagen. Es sind die aus Wuppertal stammende Fotografin Grete Stern, die deutsche Bildhauerin und Architektin Gego (Getrud Goldschmidt) und die Schweizerin Mira Schendel. Ihnen sind drei eigene Ausstellungsräume gewidmet, in denen ihr Werk mit Leihgaben aus internationalen Sammlungen ausführlicher dokumentiert wird.
http://www.bundeskunsthalle.de ## Orte - [Bundeskunsthalle](Friedrich-Ebert-Allee 4, 53113 Bonn)
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