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Abstrakte Kunst


von Michael Külbel




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Kunst & Kultur

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Krakau: Neues Heim für Flug-Unikate aus Deutschland Von Jacek Lepiarz, dpa PDF Drucken E-Mail
Samstag, 18. September 2010 um 15:42 Uhr

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Seit Kriegsende befinden sich Teile der Deutschen Luftfahrtsammlung in Polen. Rückgabegespräche blieben ohne Ergebnis. Mit einem Neubau, der am Samstag eröfnet wird, bekräftigt nun Krakau den Anspruch auf die Sammlung. Ein deutscher Architekt hat das Projekt verwirklicht.

 

Krakau (dpa) - Der Schein trügt: Die unauffälligen grauen Hangars auf dem ehemaligen Flughafen Rakowice-Czyzyny in Krakau enthalten Raritäten, von denen jedes Luftfahrtmuseum der Welt nur träumen kann. Vor allem den deutschen Flugzeug-Freaks verschlägt es beim Gang durch die Hallen mit rund 150 Flugzeugen und Dutzenden Triebwerken die Sprache.

 

Bewundern können sie hier Einzelstücke aus der Anfangszeit der Luftfahrtgeschichte: Das Rennflugzeug Messerschmitt Me 209, mit dem ein deutscher Pilot 1939 den Geschwindigkeitsrekord von 755 Kilometern pro Stunde aufgestellt hatte, die Gesst Möve 4, Baujahr 1913, das als eines der ersten Motorflugzeuge in Deutschland gilt, und die Halberstadt CL.II, ein Schlachtflugzeug der deutschen Fliegertruppe aus dem Ersten Weltkrieg.

 

Wahrscheinlich wegen des Hakenkreuzes am Heck wurde die amerikanische Maschine Curtiss Hawk II. in eine Ecke des Hangars verbannt. Kunstflieger Ernst Udet stellte mit ihr zur Eröffnung der Olympischen Spiele 1936 in Berlin dem internationalen Publikum sein Können unter Beweis. Diese und rund 20 weitere einzigartige Fluggeräte haben eins gemeinsam: Vor dem Zweiten Weltkrieg gehörten sie zur Deutschen Luftfahrtsammlung in Berlin. Heute schmücken diese Sammlerstücke, ungeachtet der Rückgabeforderungen aus Deutschland, die Bestände des Krakauer Luffahrtmuseums.

 

Seit 1992 verhandeln deutsche und polnische Experten über die Rückführung der im Krieg verlagerten Kulturgüter - ohne Ergebnis. Seit fünf Jahren herrscht zwischen Berlin und Warschau in dieser Frage Funkstille.

 

Mit einer modernen Eingangshalle, die am Samstag eröffnet wird, demonstriert nun die Krakauer Einrichtung neues Selbstbewusstsein und bestätigt ihren Anspruch auf den Schatz aus Deutschland. Die Sammlung bleibe hier, von Rückgabe könne keine Rede sein, sagt Krzysztof Radwan, seit 20 Jahren Museumsleiter. «Für Kompromisse gibt es keinen Spielraum», erklärt Radwan im Gespräch mit der Nachrichtenagentur dpa.

 

Exponate aus der deutschen Sammlung betrachtet Radwan als eine Wiedergutmachung für die enormen polnischen Kriegsverluste. Bis zum Kriegsausbruch 1939 seien in Polen mehr als 100 Flugzeugmodelle entwickelt worden, den Krieg hätten nur einige wenige Exemplare überstanden. Von «Beutekunst» könne in diesem Fall überhaupt keine Rede sein, es handele sich um «zurückgelassenes Eigentum», argumentiert Radwan.

 

In der Tat war die deutsche Luftfahrtsammlung nach ersten britischen Luftangriffen auf Berlin 1943 in den Osten ausgelagert worden. Polnische Soldaten stellten 1945 bei Posen einen Güterzug mit dem Schatz aus Berlin sicher. Nach einer Odyssee durch das Land gelangten die meist schwer beschädigten Flugzeuge 1963 nach Krakau. Ihr Aufenthaltsort wurde lange geheim gehalten, in Deutschland galt die Sammlung als verschollen. Erst 1982 kamen deutsche und polnische Forscher dem versteckten Schatz auf die Spur.

 

Die Berliner Luftfahrtsammlung gehört neben den Beständen der Preußischen Staatsbibliothek («Berlinka») mit Musikhandschriften von Beethoven, Bach, Haydn, Schubert und Brahms zu den wertvollsten Kulturgütern, um dessen Rückführung sich Deutschland bemüht.

 

Das Argument, es handele sich bei «Berlinka» um das «geistige Tagebuch der Deutschen», stößt in Polen auf taube Ohren. Bei Gesprächen verweist die polnische Führung auf die eigenen Kriegsverluste: Die Rede ist von einer halben Million geraubter und verschollener polnischer Kunstschätze.

 

Dass nach Jahren des Streits ausgerechnet ein deutsches Architektenbüro den Zuschlag für den Neubau am Krakauer Museum erhalten hat, wird als ein starkes Hoffnungszeichen verstanden. Er sei heilfroh, dass es mit dem Projekt trotz mancher Hindernisse geklappt habe, sagt der Berliner Architekt Justus Pysall.

 



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