| Forderungen nach Kulturfördergesetz werden lauter |
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| Samstag, 18. September 2010 um 15:42 Uhr | ||
Theater und Orchester brauchen künftig mehr Geld. Die Linke- Kulturpolitikerin Klaubert schätzt den Mehrbedarf auf 15 Millionen Euro jährlich. Dafür soll ein Kulturfördergesetz sorgen.
Gera (dpa/th) - In der Debatte um die künftige Finanzierung von Theatern und Orchestern finden sich immer mehr Unterstützer für ein Kulturfördergesetz. Damit solle der Gesetzgeber genau definieren, was er an Kultur will, sagte die Linke-Politikerin Birgit Klaubert am Freitag in Gera. Der Generalintendant des Theaters Altenburg-Gera, Matthias Oldag, regte an, auch Kultureinrichtungen wie Museen und Bibliotheken einzubeziehen. Für ein solches Gesetz hatte sich in dieser Woche schon die Kulturinitiative Thüringen ausgesprochen. Unterstützung dafür gab es am Freitag auch von den Grünen.
Die Finanzierungsvereinbarung zwischen dem Land sowie Theatern und Orchestern läuft Ende 2012 aus. Bisher steuert Thüringen knapp 60 Millionen Euro bei. Klaubert schätzte, dass die Häuser insgesamt etwa 15 Millionen Euro pro Jahr mehr benötigen, damit sie in ihrer jetzigen Form erhalten blieben. Grund seien Kostensteigerungen vor allem bei den Gehältern der Angestellten. Statt das Kulturangebot alle paar Jahre neu auf den Prüfstand zu stellen, solle in dem Gesetz klar festgelegt werden, was «Thüringer Staatskultur» - wie es Oldag formulierte - sein soll. Ihre Finanzierung sollte langfristig gesichert werden. Vorbild sei Österreich.
Damit wäre Thüringen in Deutschland Vorreiter, erklärte die Kulturpolitikerin der Grünen im Landtag, Astrid Rothe-Beinlich. Der staatliche Kulturauftrag würde verbindlich festgelegt. «Vor allem können in einem Kulturfördergesetz die Verantwortung zwischen Land und Kommunen sowie die Grundsätze der Finanzierung und der jeweiligen Finanzierungsanteile geordnet werden.» Auch Klaubert und Oldag betonten, dass die Kommunen in die Finanzierung einbezogen bleiben müssen. Dies sei für die Verwurzelung der Kultureinrichtungen am Ort wichtig.
Die Linke forderte zudem, dass die Kultur vom Land durch einen festen Betrag gefördert werden sollte. Das garantiere mehr Planungssicherheit als die aktuelle Kulturquote von 1,3 Prozent des Haushaltsvolumens.
Die Linke hatte am Freitag in Gera unter der Überschrift «Kultur fördern - Pflicht und freiwillige Aufgabe» zu einem Diskussionsforum ins Geraer Theater geladen. Intendant Oldag mahnte dabei auch eine bessere Vermarktung des reichen Kulturschatzes an. «Wir brauchen ein Thüringer Kulturportal im Internet», sagte er. Dort sollten Interessierte auf einem Blick alle aktuellen Angebote erhalten und auch gleich ihre Eintrittskarte bestellen können.
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