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Abstrakte Kunst


von Michael Külbel




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Kunst & Kultur

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Hausbesuch beim Expressionisten Peter August Böckstiegel Von Regina Doblies, dpa PDF Drucken E-Mail
Montag, 20. September 2010 um 06:25 Uhr

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Das kleine rote Fachwerkhaus im ostwestfälischen Werther sieht aus, als sei es noch bewohnt. Hier lebte und arbeitete der Espressionist Peter August Böckstiegel, hier wurde er geboren, hier starb er. Ein Hausbesuch.

 

Werther (dpa/lnw) - «Arrode ist meine Akademie», hat der Künstler Peter August Böckstiegel über sein Heimatdorf gesagt. Als Sohn eines Kleinbauern 1889 in dem Ort bei Werther in Ostwestfalen geboren, verbrachte er während seiner Dresdner Jahre jeden Sommer in Arrode, um zu arbeiten. Hier fand er, der sich selbst als «westfälischen Bauernmaler» bezeichnete, die Motive, die ihn sein gesamtes Schaffensleben über begleiteten: die von schwerer körperlicher Arbeit gezeichneten Menschen, die wogenden Kornfelder und tiefen Wälder.

 

Nach der Zerstörung seines Ateliers bei der Bombardierung Dresdens kehrte Böckstiegel 1945 in sein Geburts- und Elternhaus zurück, wo er 1951 starb. Fast sechs Jahrzehnte nach seinem Tod wirkt das geduckte rote Fachwerkhaus inmitten der Felder so, als hätte der Künstler es erst vor wenigen Minuten verlassen.

 

Tatsächlich war das Peter-August-Böckstiegel-Haus bis vor wenigen Jahren ein Wohnhaus. Die Kinder des Künstlers, Sonja und Vincent Böckstiegel, hatten gemeinsam in dem Haus gelebt und sich dafür eingesetzt, das Gebäude und die Arbeiten ihres Vaters als Gesamtkunstwerk zu erhalten und für die Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Nach dem Tod Vincent Böckstiegels im Jahr 2007 erbte der Kreis Gütersloh das Haus und den Nachlass Böckstiegels, eine Sammlung von mehr als 1000 künstlerischen Arbeiten.

 

Viele der Werke sind heute noch in dem kleinen Fachwerkhaus in Arrode zu sehen. Ölgemälde, Aquarelle und Zeichnungen, Plastiken, Reliefs, Mosaiken und farbige Glasfenster zeugen von der großen Bandbreite Peter August Böckstiegels, der mit August Macke und Wilhelm Morgner zu den herausragenden Vertretern des rheinisch- westfälischen Expressionismus gehört.

 

«Wie in keinem anderen Künstlerhaus kann man in Arrode die Lebens- und Arbeitsbedingungen nachvollziehen. Hier ist alles authentisch und echt», sagt Susanne Bornemann, leitende Mitarbeiterin des Böckstiegel-Hauses, und weist auf die Pastellkreiden und Mosaiksteinchen im Atelieranbau.

 

Das Interesse der Öffentlichkeit an den Expressionisten und damit auch an Böckstiegel wächst. Mehr als 2000 Besucher haben im vergangenen Jahr sein Wohnhaus besichtigt. Doch mit seinen kleinen niedrigen Zimmern ist das 1826 errichtete verwinkelte Fachwerkgebäude kein Museum, in dem sich größere Menschenmassen bewegen können. «Für Eltern mit Kinderwagen oder ältere Menschen mit Rollatoren ist das Haus nur schwer zugänglich. Außerdem fehlt es an Platz, um das gesamte Werk Böckstiegels angemessen präsentieren zu können», sagt Susanne Bornemann.

 

Eine im Dezember 2008 gegründete Stiftung strebt daher einen Museumsneubau an, der in unmittelbarer Nähe zum Böckstiegel-Haus entstehen soll. Ihr ehrgeiziges Ziel: Der erste Spatenstich soll im Jahr 2014 erfolgen, zum 125. Geburtstag des Bauernjungen, der ein Künstler wurde.

 



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