| Wiesbadener Museumsdirektor Rattemeyer verabschiedet |
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| Mittwoch, 22. September 2010 um 06:18 Uhr | ||
Ein undichtes Dach fand Wiesbadens Museumsdirektor Rattemeyer 1987 vor. Nun verlässt er nach 23 Jahren ein saniertes Haus, das seinen Platz in der internationalen Kunstlandschaft gefunden hat.
Wiesbaden (dpa/lhe) - Aus einem «Bilderfriedhof» machte er das «Museum des Jahres»: Der Leiter des Landesmuseums Wiesbaden, Volker Rattemeyer, geht nach 23 Jahren in den Ruhestand. Wissenschaftsministerin Eva Kühne-Hörmann (CDU) verabschiedete den 67-jährigen Museumsmann am Dienstag offiziell. «Sie haben sich um das Museum und damit um das Land Hessen verdient gemacht», sagte sie. Ein neuer Direktor soll noch in diesem Jahr benannt werden.
Das Museum ist vor allem für seine Sammlung des expressionistischen Malers Alexej Jawlensky (1864-1941) bekannt, der seit letzten Jahrzehnte in Wiesbaden verbrachte. Die nächste große Ausstellung «Vom Blauen Reiter zum Abstrakten Expressionismus» wird am 31. Oktober eröffnet.
Als Rattemeyer 1987 sein Amt antrat, war das Haus in schlechtem Zustand. Einen «Bilderfriedhof» nannte es der «Wiesbadener Kurier» im Rückblick. Das 1915 errichtete Gebäude war baufällig. 300 Eimer unter dem Dach hätten das eindringende Regenwasser aufgefangen, sagte Kühne-Hörmann. Unter Rattemeyers Leitung wurde das Museum seit 1991 saniert. 2011 soll die Arbeit abgeschlossen werden. «Man kann es als ihr Lebenswerk bezeichnen, was aus diesem Museum geworden ist», sagte die Ministerin.
Von einer «Neuerfindung des Museums» sprach der Wiesbadener Oberbürgermeister Helmut Müller (CDU). Rattemeyer vervollständigte die Sammlung seines Hauses in der klassischen Moderne. Daneben veranstaltete er Sonderschauen mit zeitgenössischen Künstlern wie Eva Hesse, Jochen Gerz und Rebecca Horn. Horns Spiegel-Installation «Jupiter» ziert heute das prunkvolle Achteck im Eingangsbereich des Museums.
Rattemayers Einsatz für die «sprödere Kunst des 20. Jahrhunderts» («Wiesbadener Kurier») wie Arte Povera oder Minimal Art trug ihm oft Unverständnis in Wiesbaden ein. Es schärfte aber das Ansehen des Hauses bei der Kunstkritik und brachte ihm 2007 den Ehrentitel «Museum des Jahres» ein.
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