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Abstrakte Kunst


von Michael Külbel




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Kunst & Kultur

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Moskaus Kunstmesse soll Russen an Modernes gewöhnen Von Ulf Mauder, dpa PDF Drucken E-Mail
Donnerstag, 23. September 2010 um 06:28 Uhr

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Die Messe Art Moscow will den russischen Kunstbetrieb mit modernen und provokativen Bildern entstauben. Viel nacktes Fleisch ist zu sehen, aber die junge deutsche Kuratorin Christina Steinbrecher weiß: In Russland gelten auch bei der Kunst eigene Gesetze.

 

Moskau (dpa) - Der Schrecken über die jüngsten Angriffe auf die Kunstfreiheit in Russland sitzt auch bei den Machern der Kunstmesse Art Moscow tief. Ein gemaltes Porträt des russischen Kunstexperten Andrej Jerofejew, den ein Gericht unlängst schuldig sprach, mit einer Ausstellung religiöse Gefühle verletzt zu haben, hängt wie eine Kampfansage im Moskauer «Zentralen Haus des Künstlers» (ZdCH). Christina Steinbrecher, die erst 27 Jahre alte deutsche Kuratorin der Messe, will sich nicht einschüchtern lassen. «Kunst darf keine Zensur dulden», sagt sie zum Auftakt der Schau, die bis Sonntag dauert.

 

Dabei weiß auch Steinbrecher, dass in der russischen Kunst der kritische Umgang mit offiziellen Symbolen und nackter Haut nicht zuletzt viele Russen abschreckt. So sind etwa provozierende Arbeiten der sibirischen Künstlergruppe Blue Noses zu sehen, die in einer Fotocollage auch den russischen Regierungschef Wladimir Putin mit Terroristenchef Osama bin Laden Gruppensex haben lassen.

 

Für die noch aus Sowjetzeiten stark von Landschaftsmalerei und dekorativer Kunst geprägten Russen seien die hier gezeigten Werke doch «sehr gewöhnungsbedürftig», meint die Moskauer Galeristin Olga Skaltschuk. Sie zeigt monströse Ölbilder mit gemalten Leichenteilen und reichlich Blut - Werke des in Berlin lebenden Künstlers Andreas Golder, der seine russische Heimat schon vor 20 Jahren verlassen hat. Sie befürchtet, dass es wie schon mehrfach in Moskau zu Übergriffen russisch-orthodoxer Fundamentalisten oder der Polizei kommen könnte.

 

«Moderne Kunst hat in Russland weiter einen extrem schweren Stand. Es wird wohl noch Jahre dauern, bis die Menschen nicht mehr nur das Schöne als Maß der Dinge sehen», sagt Skaltschuk der Nachrichtenagentur dpa. So gesehen sei die Art Moscow auch eine Chance, die Menschen an die zeitgenössische Kunst zu gewöhnen.

 

Das ZdCH mit der neuen staatlichen Tretjakow-Galerie im selben Gebäude ist Moskaus erste Adresse für Kunstfreunde - doch auch eine Razzia der Polizei gab es hier schon. Zur Kunstmesse im Vorjahr brachten viele Aussteller nur Fotokopien, weil der Zoll die Originale nicht durchgelassen hatte. «Wegen solcher Probleme gibt es wohl nur wenige Ausländer hier», sagt der Galerist Torsten Obrist aus Essen, der sich mehr internationales Flair wünscht.

 

Wie der Deutsche hoffen viele der rund 40 Aussteller nach der Finanzkrise wieder auf gute Umsätze - besonders von den reichen Russen. Obrist schätzt die extreme Neugier des Moskauer Publikums. Dass hier «so viel nacktes Fleisch» gezeigt wird, sieht er eher als Phase in der Entwicklung des russischen Kunstverständnisses.

 

Zwar hat Kuratorin Steinbrecher nicht die weltweit angesagtesten Galerien verpflichten können. Doch bietet die Art Moscow einen Überblick über die renommiertesten oder noch nach internationaler Anerkennung strebenden russischen Künstler, darunter die Gruppe AES+F mit ihren stilisierten Monumentalfotografien und Steinbrechers Favoritin Taissija Korotkowa, die mit technisch genauen Ölbildern vertreten ist.

 

Vor allem aber will die in Köln aufgewachsene Steinbrecher auf moderne Techniken und die Medialisierung in der Kunst aufmerksam machen. Dazu ist das Folkwang Museum Essen im ZdCH zu Gast mit großflächigen Foto- und Videoinstallationen. Neben viel Beiprogramm im Kunstzentrum Winsawod und Privatgalerien bietet die Art Moscow zudem ein Young Collectors Forum, bei dem sich junge Leute von Profis Tipps holen können, wie Kunst am besten zu sammeln ist. Bis Sonntag werden etwa 30 000 Besucher auf der Art Moscow erwartet.

 

 

http://www.art-moscow.ru

http://www.museum-folkwang.de

 



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