| Festnahmen nach Angriff auf Istanbuler Kunstgalerie |
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| Donnerstag, 23. September 2010 um 06:28 Uhr | ||
Istanbul (dpa) - Mit Steinen und Knüppeln bewaffnete Angreifer haben in Istanbul Besucher von zwei Kunstgalerien verletzt. Fünf Gäste, darunter auch ein Deutscher, seien in Krankenhäuser gebracht worden, teilten die Galerien in einer Presseerklärung am Dienstag mit. Sie verurteilten den «organisierten Überfall». Der Streit hatte sich offensichtlich entzündet, weil öffentlich Alkohol getrunken wurde. Anwohner erklärten, Mitglieder einer islamischen Gruppe seien für den Angriff verantwortlich. Sieben Verdächtige wurden festgenommen. Istanbul ist in diesem Jahr eine von Europas Kulturhauptstädten und zieht mit Veranstaltungen viele Besucher aus dem Ausland an.
Eine Gruppe von mindestens 30 Männern attackierte am Montagabend mehrere hundert Besucher einer Ausstellungseröffnung in der Galerie Outlet. Augenzeugen berichteten, die Angreifer hätten Tränengas gegen die Gäste der Galerien eingesetzt und Messer bei sich gehabt. Besucher seien über die Straßen gejagt worden. In der Galerie Outlet sowie bei einer weiteren Galerie wurden auch Scheiben eingeworfen. Die Gäste der Galerien hatten auf der Straße Alkohol getrunken.
Nach Angaben Galerien gab es seit einiger Zeit Drohungen. Die Angreifer hätten sich über das Internet organisiert.
Anwohner reagierten empört. «Das waren die Religiösen von der Bruderschaft. Sie leben hier im Viertel», sagte ein Verkäufer in einem Geschäft nahe der Galerie der Nachrichtenagentur dpa. Eine Kundin in einem Lebensmittelgeschäft sagte: «Das waren die Bärtigen. Ich lebe hier seit 60 Jahren. Das Viertel hat sich sehr verändert.»
Spannungen habe es in dem Viertel Tophane auf der europäischen Seite Istanbuls bereits bei einer Ausstellungseröffnung vor einer Woche gegeben. Dort reiben sich Lebensstile von alteingesessenen Einwohnern, jungen Großstädtern sowie konservativen Zugereisten. In jüngster Zeit haben mehrere Galerien und Hotels geöffnet. Der Gouverneur von Istanbul, Hüseyin Mutlu, verurteilte den Angriff und versprach die Bestrafung der Täter.
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