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Abstrakte Kunst


von Michael Külbel




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Schirn präsentiert Kunst der «Outsider» Von Bastian Beege, dpa PDF Drucken E-Mail
Freitag, 24. September 2010 um 06:25 Uhr

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Frankfurt/Main (dpa/lhe) - Das Leben hat es nicht gut gemeint mit Emery Blagdon (1907-1986): Schon in jungen Jahren musste der Amerikaner aus Nebraska miterleben, wie seine Eltern und Geschwister an Krebs starben. Um sich vor dem gleichen Schicksal zu schützen, schuf er rund 700 Skulpturen und Gemälde, die er zu einer riesigen «Maschine» zusammenfügte. Blagdon war von deren Heilkraft überzeugt - und starb schließlich doch an Krebs. Seine «Maschine» hat hingegen überdauert - und Teile davon sind von diesem Freitag an bis zum 9. Januar 2011 in der Ausstellung «Weltenwandler. Die Kunst der Outsider» in der Frankfurter Kunsthalle Schirn zu sehen.

 

Kuratorin Martina Weinhart hat Werke von insgesamt 14 Menschen zusammengetragen, die seit mehr als 100 Jahren die Stilrichtung «Outsider Art» geprägt haben. «Es sind Einzelgänger am Rande der Gesellschaft, die eine ganz eigene Kunstform geschaffen haben», erläutert die Kuratorin. «In ihren oftmals fantastischen Werken setzen sie sich mit ihrer Umwelt und der Gesellschaft auseinander.» Die Exponate stammen unter anderem von Psychiatriepatienten wie den Schweizer Zeichnern Adolf Wölfli (1864-1930) und Aloïse Corbaz (1886- 1964). Zu den bekanntesten Vertretern der «Outsider Art» gehört auch der Franzose Auguste Forestier (1887-1958), von dessen Holzschnitzereien einige zu sehen sind.

 

In der Ausstellung ist jedem der 14 Künstler ein eigener Bereich gewidmet: Viele Gemälde sind kunterbunt und zeigen fröhliche Gesichter. Auf einigen Bildern sind jedoch auch düstere Kampfszenen zu sehen. An einer Stelle sind skurrile Skulpturen aus Elektroteilen ausgestellt - sie stammen aus der Fantasie eines Mannes, der nur unter dem Namen A.C.M. auftritt. Hervor sticht auch ein großer Holzpalast des vermutlich schizophrenie-kranken Schreinergesellen Karl Junker (1850-1912) aus Lemgo in Nordrhein-Westfalen. Informationen zum Leben aller Künstler helfen, deren Werke besser zu verstehen. «Eine solche Ausstellung ist in Deutschland bislang einzigartig», ist Kuratorin Martina Weinhart überzeugt.

 

Den Begriff «Outsider Art» hat die britische Kunstkritik in den 1970er Jahren geprägt. Die Stilrichtung selbst, auch «Bildnerei der Geisteskranken» genannt, entstand jedoch bereits Ende des 19. Jahrhunderts in Frankreich. Dort begannen Psychiater, sich für die künstlerischen Aussagen ihrer Patienten zu interessieren. «Damals wurden psychisch kranke Menschen noch als exotisch betrachtet», weiß Martina Weinhart. «Kaum vorstellbar: Wer wollte, konnte in die Irrenanstalt gehen und sich dort für einen Penny die Patienten anschauen.»

 



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