| Museumsverband: Öffentliche Förderung unbefriedigend Von Antje Lauschner, dpa |
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| Freitag, 24. September 2010 um 06:25 Uhr | ||
Thüringens Museen sind mit jährlich 4,2 Millionen Besuchern ein wichtiger Bildungsanbieter und ein Touristenmagnet. Trotzdem plagen die Einrichtungen zunehmend Existenzängste. Von einem «schleichenden Erosionsprozess» ist gar die Rede.
Erfurt (dpa/th) - Der Thüringer Museumsverband hat zu seinem 20. Jubiläum eine mangelnde öffentliche Unterstützung der Museen beklagt. 2010 habe das Land von 77 Anträgen mit insgesamt 847 000 Euro nur 270 000 Euro genehmigt, sagte Präsident Günter Schuchardt am Donnerstag zum Verbandstag in Erfurt. Die Häuser könnten daher ihre Kernaufgaben des Sammelns, Bewahrens, Forschens, Vermittelns und Ausstellens kaum noch erfüllen, zumal auch die Kommunen wegen klammer Kassen immer mehr den Rotstift ansetzten. Mit 4,2 Millionen Besuchern waren die 210 Thüringer Museen im vergangenen Jahr dennoch größter außerschulischer Bildungsanbieter und touristische Attraktion - eine Steigerung um sechs Prozent zu 2008.
Im Verband und den Häusern gehe die Angst eines «schleichenden Erosionsprozesses» wie in der Creuzburg bei Eisenach um, weil kommunale Träger bei den freiwilligen Leistungen kürzen. Das dortige Museum habe nach Kündigung des letzten fest angestellten Mitarbeiters seit Sommer keine fachliche Leitung mehr. Die Stadt Suhl denke bei dem vor wenigen Jahren sanierten Waffenmuseum über eine Umwandlung in einen Verein und Verschlankung der Sammlungen durch Rückgabe von Leihgaben nach. An einen Verkauf von Ausstellungsstücken - bei Waffen immer interessant - sei öffentlich nicht die Rede. Der Museumsverband will mit den Stadtoberen nach möglichen Auswegen suchen.
Auch Schloss Reichenfels in Hohenleuben musste personelle Kürzungen hinnehmen. «Wir wollen die Museen in der Spitze und in der Breite erhalten», umriss Schuchardt das Verbandsziel. «Museum soll nicht nur draußen dran stehen, sondern auch drinnen stattfinden.» Aber selbst, wenn sich die Träger mit einer GmbH-Gründung herummogeln wollen, entlasse dies die Kommunen nicht aus der Verantwortung. Im Landtag informiert eine Ausstellung über die Höhen und Tiefen der Museumsarbeit in den vergangenen 20 Jahren. «Unsere Situation war nie besonders komfortabel, es gab immer Probleme.» In den ersten Jahren konnten jedoch viele Häuser saniert und Sammlungen erweitert werden.
Um internationalen Standards gerecht zu werden, hat der Verband zum dritten Mal ein Qualitätssiegel vergeben. Es ging 2010 an das Metallhandwerksmuseum Steinbach-Hallenberg, das Museum Echte Nordhäuser Traditionsbrennerei Nordhausen, das Heinrich-Schütz-Haus Bad Köstritz, das Phyletische Museum der Universität Jena und das Stadtmuseum Weimar. Mit der Lindenau-Medaille wurde Angelika Wodzicki vom Lindenau-Museum Altenburg ausgezeichnet. Nicht alles, was sich in Thüringen Museum nenne, genüge den Ansprüchen, sagte Schuchardt. Ein Beispiel sei das Erste deutsche Bratwurstmuseum in Holzhausen.
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