| Alles schwarz? - Ad Reinhardt-Ausstellung in Bottrop Von Dorothea Hülsmeier, dpa |
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| Montag, 27. September 2010 um 06:31 Uhr | ||
Es ist nicht alles schwarz, was schwarz aussieht. Das beweist eine Ausstellung mit den geheimnisvollen «schwarzen» Bildern des US- Abstraktionskünstlers Ad Reinhardt in Bottrop.
Bottrop (dpa/lnw) - Mit den «schwarzen Bildern» des US-Malers Ad Reinhardt zeigt das Josef Albers Museum in Bottrop einen Extrempunkt der Abstraktionskunst. Rund 50 Werke aus den letzten Schaffensjahren Reinhardts (1913-1967) sind von Sonntag bis zum 9. Januar in Bottrop zu sehen. «Die Kunst lehrt den Menschen das Sehen», hatte Reinhardt einst gesagt.
Erstmals seit mehr als 25 Jahren widme ein Museum Reinhardt in Europa wieder eine eigene Schau, sagte Museumsdirektor Heinz Liesbrock am Freitag. Die Leihgaben kamen aus den weltweit renommierten Museen in New York, Paris und London. Damit konnte Liesbrock in einem quadratischen weißen Raum gleich zehn schwarze quadratische Bilder Reinhardts an den Wänden präsentieren. Die Folge demonstriert eindrucksvoll, wie der Künstler bläuliche und bräunliche Farbtöne immer stärker annäherte, bis die Bilder zuletzt nur mehr «schwarz» erscheinen.
Seit 1950 begann Reinhardt mit der Reduktion seiner abstrakten Malerei. Zunächst sind auf den roten und blauen Bildern noch deutlich Quadrate und Rechtecke zu erkennen, später nähern sich die Farbtöne immer mehr an. Um 1953 entstehen die ersten «schwarzen Bilder», von 1960 bis zu seinem Tod malte er nur noch schwarz, und zwar auf quadratischen Leinwänden mit der immer gleichen Seitenlänge von 157,5 Zentimetern.
Mehr als 100 hauchdünne Lasurschichten trug Reinhardt übereinander auf, um den Schwarz-Effekt zu erzielen. Der Blick des Betrachters wird förmlich in das Schwarz hineingezogen. Erst nach einiger Zeit erschließen sich blaue oder braune Quadrate oder Kreuze.
«Er wollte die Bilder anonymisieren», sagt Liesbrock. Aber ein künstlerischer Nihilist war Reinhardt in seiner Radikalität der Reduktion und im Hang zur absoluten Symmetrie keineswegs. Reinhardt stellte sich in die Nachfolge des Russen Kasimir Malewitsch, der 1915 zum ersten Mal sei «Schwarzes Quadrat» ausstellte. Malewitsch trieb die Abstraktion damit seinerzeit auf die Spitze, Reinhardt forschte an ihren Extrempunkten. Die schwarzen Bilder nannte er selbst «die letzten Bilder, die man irgend machen kann».
Den Werken Reinhardts werden in Bottrop rund 15 «Quadrat-Bilder» des 1933 in die USA emigrierten Josef Albers gegenübergestellt. Albers und Reinhardt kannten und respektierten sich in einer Zeit, die geprägt war von der wilden gestische Malerei des abstrakten Expressionismus.
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