| Neumann fordert Verantwortung für Kultur |
|
|
|
| Montag, 27. September 2010 um 06:31 Uhr | ||
Leipzig (dpa) - Kulturstaatsminister Bernd Neumann (CDU) fordert Verantwortung von Bund und Länder für den Erhalt von Kulturgütern. «Auch in Krisenzeiten darf Kultur nicht unter die Räder kommen», sagte Neumann bei der Jahrestagung des Internationalen Museumsrats (ICOM) am Freitag im Leipziger Grassimuseum. Dabei appellierte er vor allem auch an die Kommunen und Ländervertreter. Bürgerschaftliches Engagement helfe zwar, schmerzliche Lücken zu schließen, reiche aber nicht aus. Neumann sprach sich gegen den Verkauf von Kunstwerken aus öffentlichen Sammlungen aus. «Einmal verkauftes Kulturgut ist unwiederbringlich verloren», sagte er.
Zum Verkauf von Gemälden der Bremer Weserburg erklärte Neumann: «Ein Verkauf ist nie eine gute Möglichkeit, aber aus existenziellen Gründen nicht immer zu verhindern.» Das Museum für moderne Kunst muss aus Geldnot 53 Bilder verkaufen, um unter anderem einen Umbau und den Umzug in ein anderes Gebäude finanzieren zu können. Direktor Carsten Ahrens zufolge werden ohne die Sanierung keine Leihgaben aus anderen Sammlungen mehr an die Weser kommen.
Staatsminister Neumann betonte, dass neben dem Erhalt auch die Qualität und Sicherheit der Ausstellungsflächen sowie der Archive gewährleistet sein müsse und erinnerte an den Brand in der Anna Amalia Bibliothek 2004 in Weimar.
Außerdem wannte sich der Minister gegen die Schließung von Museen, wie jüngst vom Hamburger Senat beschlossen. Das sei nie eine gute Lösung. «Museen sollen Brücken zwischen Kulturen und Generationen bauen. Wir sind nur Treuhänder», sagte Neumann.
Auf der ICOM-Tagung in Leipzig beraten Experten noch bis morgen, wie trotz schwindender öffentlicher Mittel das Sammeln und Erhalten von Kultur künftig gewährleistet werden kann.
Auch die Museumslandschaft in Leipzig bekommt die Sparzwänge der Stadt zu spüren. Das rund 100 Jahre alte Naturkundemuseum soll bis 2013 vorrübergehend geschlossen werden. Die Stadt erklärte, ihr bleibe aufgrund der gesunkenen Landeszuschüsse keine andere Wahl.
|
























































