| Promi soll für Berliner Humboldtofrum «streiten» Gespräch: Nada Weigelt und Esteban Engel, dpa |
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| Montag, 27. September 2010 um 06:31 Uhr | ||
Eine öffentlich bekannte Persönlichkeit soll mit ihrem guten Namen für das Berliner Humboldtforum werben. Noch in diesem Jahr könnte der Name fallen.
Berlin (dpa) - Die Vorsitzende des Bundestags-Finanzausschusses, Petra Merkel (SPD), sieht beim geplanten Berliner Humboldtforum noch Defizite in der öffentlichen Darstellung. «Wir brauchen jemanden an der Spitze, der sich dieses Projekt zu eigen macht und mit seinem Namen dafür wirbt», sagte Merkel der Nachrichtenagentur dpa in Berlin. «Die Frage, ob das Schloss wieder aufgebaut wird, ist ja längst entschieden», sagte Merkel. Nun müsse das Ausstellungskonzept stärker in den Vordergrund rücken.
Als Beispiel für einen «Streiter» für eine solche öffentliche Aufgabe nannte die SPD-Politikerin den früheren US-Finanzminister Michael Blumenthal. Er habe als Gründungsdirektor das Jüdische Museum Berlin entscheidend vorangebracht. Auch für das Humboldtforum werde jetzt nach einer solchen Persönlichkeit gesucht. Zu Namen wollte sich Merkel nicht äußern. Die Suche könnte noch in diesem Jahr entschieden werden. Für das Humboldtforum hatte die Bundesregierung eigens eine Stiftung gegründet.
Auch nach dem vorläufigen Stopp des 552-Millionen-Euro-Projekts sollten Gelder weiter in die Planung für den Wiederaufbau des Schlosses fließen, sagte Merkel. Das Bundeskabinett hatte im Rahmen seiner Sparbeschlüsse entschieden, den Start des Vorhabens nach Plänen des italienischen Architekten Franco Stella von 2011 auf 2014 zu verschieben. Das Land Berlin will sich mit 32 Millionen Euro an den Gesamtkosten beteiligt.
Die Planungen sollten aber nicht abgebrochen werden, der Bau sollte sobald wie möglich beginnen, betonte Merkel. Auch die neue U- Bahnlinie 5 Unter den Linden würde ohne den Schloss-Neubau teurer.
«Die Verschiebung war ein richtiges Symbol. Wir können nicht erklären, dass wir hier ein Schloss bauen», sagte Merkel. «Große Kräfte» im Bundestag seien aber für eine Fortsetzung des Projekts. Dabei sollten auch die Kosten gegengerechnet werden, die bei einem Scheitern des Projekts entstehen könnten. So wird etwa die Sanierung der außereuropäischen Sammlungen in Berlin-Dahlem, die künftig im Humboldtforum gezeigt werden sollen, auf 200 Millionen Euro beziffert. Diese Kosten würden bei einem Umzug entfallen.
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