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Abstrakte Kunst


von Michael Külbel




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Simone Signoret: Mehr nur als ein schönes Gesicht Von Sabine Glaubitz, dpa PDF Drucken E-Mail
Mittwoch, 29. September 2010 um 06:26 Uhr

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Die Schauspielerin Simone Signoret starb vor 25 Jahren. Mit ihr verlor Frankreich nicht nur eine bedeutende Charakterdarstellerin, sondern auch eine Autorin und engagierte Linksintellektuelle.

 

Paris (dpa) - Simone Signoret hatte nicht nur ein schönes, sehr besonderes Gesicht. In einer Zeit, in der Formen und Sexappeal auf der Leinwand dominierten, bestach die Charakterdarstellerin durch politisches Engagement und Klugheit. «Als intelligenteste Schauspielerin Frankreichs» wurde die blonde Französin mit dem erotischen Mund bezeichnet.

 

Signoret, die 1985 im Alter von 64 Jahren an Krebs gestorben ist, hinterließ der Nachwelt eine beeindruckende Filmografie: rund 50 Filme in 40 Jahren, darunter die unvergesslichen «Die Teuflischen», «Der Reigen», «Die Katze» oder «Der Goldhelm». Mit nicht weniger Talent schrieb die Frau von Yves Montand zudem ihre zweiteilige Autobiografie und den Roman «Adieu Volodia», der jeden Zweifel an ihrer schriftstellerischen Qualität zerstreute. Alle ihre Bücher wurden Bestseller.

 

Wegen ihrer herzlich-rauen Art wurde Signoret auch die «Löwin» genannt. Einen Beinamen, den die Schauspielerin eher aufgrund ihrer Kämpfernatur verdient hätte. «Im Film wie in der Wirklichkeit stand sie als Kämpferin gegen die Verletzung der Menschenrechte unter allen Regimen stets an der Spitze», würdigte der damalige Kulturminister Jack Lang die Französin, zu deren Beerdigung sich Tausende von Menschen auf dem Pariser Friedhof Père Lachaise drängten.

 

Schauspielerin, Schriftstellerin, engagierte Künstlerin und Zeugin ihrer Zeit: Gemeinsam mit ihrem zweiten Ehemann Yves Montand gehörte Signoret lange zu den kommunistischen Linksintellektuellen und dem Kreis um den Philosophen Jean-Paul Sartre. Nach dem Einmarsch der sowjetischen Truppen 1968 in die Tschechoslowakei distanzierte sich das Paar jedoch von der KPF. Fortan kämpften sie für Menschenrechte, gegen Rassismus und Ungerechtigkeit in vielen Lagern.

 

Ein wichtiger Grund ihres schauspielerischen Erfolgs war, dass Signoret sich den Luxus leistete, nur die Rollen zu spielen, die ihr wirklich zusagten. Unvergessen sind ihre Auftritte. Als ein Höhepunkt ihrer Karriere gilt der Film «Room at the top» («Der Weg nach oben», 1958), für den sie den Oscar erhielt, den Darstellerpreis von Cannes sowie den Preis der deutschen Filmkritik.

 

Schon von der schweren Krankheit gezeichnet, drehte sie noch in den siebziger Jahren zahlreiche Filme, unter denen vor allem «Madame Rosa» hervorragt. Darin spielt sie eine ehemalige alternde Prostituierte, die in einem schäbigen Pariser Mietshaus verlassene Kinder von anderen Dirnen betreut. Kaum eine andere Darstellerin bekannte sich so zum Älterwerden wie sie. «Ich sehe aus, wie viele Frauen in meinem Alter eben aussehen. Und das ist gut so», erklärte sie in einem ihrer letzten Interviews.

 

Die Kämpfernatur war ihr früh angeboren. Unter dem Namen Simone Kaminker wurde die Tochter einer Französin und eines Polen jüdischer Herkunft am 25. März 1921 in Wiesbaden geboren. Ihr Plan, in Paris Jura zu studieren, scheiterte an den Kriegswirren. Nach Bürotätigkeiten begann sie ihre mühevolle Karriere als Komparsin - bis zu ihrem Durchbruch 1950 mit Max Ophüls Film «Der Reigen». Nie waren ihre Rollen gekünstelt, denn sie spielte immer sich selbst: Eine Frau mit Herz, Kopf und Courage.

 



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