| Bemalte Gänseeier aus römischer Zeit im Landesmuseum |
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| Montag, 04. April 2011 um 06:51 Uhr | ||
Bonn (dpa/lnw) - Bemalte Gänseeier aus römischer Zeit präsentiert das Rheinische Landesmuseum in Bonn in den Wochen vor Ostern. Es sind die ersten ihrer Art, die im Rheinland gefunden wurden. Sie stammen aus dem Gräberfeld bei Hürth-Hermülheim, wo das Amt für Bodendenkmalpflege im Rheinland mehr als 40 römische Gräber gefunden und untersucht hat. Die seit Freitag als «Fund des Monats» in einer Vitrine im Eingangsbereich des Museums gezeigten Eier wurden als Grabbeigrabe im «Frauengrab 11» entdeckt und werden zurückdatiert auf die Jahre 320 bis 350 nach Christus.
Die Schalen sind rot gefärbt und bei ganz genauem Hinsehen sind Streifen und Tupfen zu erkennen. Die Restaurierungswerkstatt des Museums hat die Eier aus vielen kleinen Stücken wiederhergestellt.
Eines der beiden Eier befand sich bei Stein- und Tongeschirr und war daher vermutlich als Speisebeigabe gedacht. «Eier waren ein beliebter erster Gang für ein römisches Essen», sagte der Bearbeiter der Funde, der Archäologe Raymund Gottschalk. Sprichwörtlich habe die Mahlzeit «von den Eiern bis zu den Früchten» gedauert. Im Grab 11 sind wenigstens zwei Gerichte nachweisbar. Neben einem Tonteller mit Hühnerknochen fanden sich auch noch Schalenreste eines mutmaßlichen Hühnereis.
Das zweite bemalte Gänseei lag bei kleinen Glasflaschen, die als Parfümbehälter dienten. Aus der Antike sind laut Gottschalk Rezepte überliefert, nach denen Eier zur Herstellung von Augensalbe oder Wimperntusche dienen konnten. Der Toten seien also möglicherweise Zutaten zur Herstellung von Kosmetik mitgegeben worden, sagte Gottschalk.
Die Bemalung war nach Ansicht Gottschalks wohl nur Zierde. Ob die rote Färbung auf alte Mythen hinweisen sollte, nach denen das Universum aus dem Ei geschaffen wurde, lasse sich nicht nachweisen. Sicher sei aber: Die heute bekannten bemalten Ostereier wurden erst einige Jahrhunderte später erfunden.
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