| Festnahme von Ai Weiwei: Museumschef weist Kritik zurück |
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| Mittwoch, 06. April 2011 um 06:04 Uhr | ||
Berlin (dpa) - Der Direktor der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden, Martin Roth, hat seine öffentliche Zurückhaltung nach der Festnahme des chinesischen Künstlers Ai Weiwei verteidigt. Er glaube an «die Kraft des Dialogs» und habe «ganz andere Möglichkeiten, die auch subtiler sind als Parolen», sagte Roth der «Frankfurter Allgemeinen Zeitung» (Dienstag). Am vergangenen Freitag hatte Außenminister Guido Westerwelle (FDP) eine Ausstellung zur «Kunst der Aufklärung» mit Beständen aus Dresden, Berlin und München zusammen mit den deutschen Museumsdirektoren in Peking eröffnet. Der Regimekritiker Ai Weiwei, der in China nicht ausstellen darf, war am Sonntag festgenommen worden und ist seitdem verschwunden.
«Ich hoffe, dass die Festnahme nichts mit seinen Äußerungen im Rahmen unserer Ausstellung zu tun hat», sagte Roth. «Die Menschen, die mit uns zusammenarbeiten, öffnen uns Türen, um unsere aufgeklärten Werte vorzuführen. Wenn wir nicht mehr diese Möglichkeit nützen könnten, wäre die Kultur verloren», sagte Roth. Er glaube an den Dialog, zu dem auch der Streit gehört - «deshalb arbeite ich sogar mit Teheran zusammen», sagte der Dresdner Museumschef. «Ich bin schockiert über den Umgang mit diesem Thema, die Art und Weise, wie alles kleingemacht wird, gerade in Deutschland.»
Die Verweigerung eines Visums für den Sinologen Tilman Spengler, der mit der deutschen Delegation reisen sollte, sei «ein schlagendes Argument» für die Schau. «Ich toleriere nicht, was geschehen ist», sagte Roth, er glaube aber «an die Kraft des Dialogs» mit China.
Zuvor hatten Kulturpolitiker des Bundestages Ai Weiweis Festnahme als Skandal und Brüskierung der deutsch-chinesischen Kulturarbeit bezeichnet. «Welch skandalöse Gleichzeitigkeit von schönklingenden Worten und menschenrechtsverletzenden Tatsachen», urteilte der Ausschuss. Die Parlamentarier forderten die sofortige Freilassung des Künstlers.
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