| Hellmut Seemann - alter und neuer Stiftungspräsident in Weimar |
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| Freitag, 08. April 2011 um 06:34 Uhr | ||
Weimar (dpa) - Der alte Präsident der Klassik Stiftung Weimar ist auch der neue: Der Stiftungsrat entschied sich am Donnerstag für den 57-jährigen Germanisten und Juristen Hellmut Seemann, der seit zehn Jahren an der Spitze der zweitgrößten Kulturstiftung Deutschlands steht.
Der am 16. Dezember 1953 in Heidelberg geborene Seemann hatte im Juni 2001 das Amt des Präsidenten der damaligen Stiftung Weimarer Klassik von seinem Vorgänger Bernd Kauffmann übernommen. Zuvor war er Leiter der Kunsthalle Schirn in Frankfurt am Main. In seine erste Weimarer Amtszeit fällt die Brandkatastrophe in der Herzogin Anna Amalia Bibliothek im September 2002, für deren Wiederaufbau er Managerqualitäten beim weltweiten Einwerben von Spenden unter Beweis stellte.
Bei der konzeptionellen Stiftungsarbeit warfen Kritiker dem als brillanten Redner bekannten Seemann hingegen Schwächen vor. Wichtige Projekte wie das neue Bauhaus-Museum, der Bau des Kunstdepots und die Umgestaltung des Weimarer Stadtschlosses als neue Stiftungsmitte gehen aus ihrer Sicht zu schleppend voran.
Knapp 800 000 Gäste im vergangenen Jahr in den Dichterstätten, Museen, Schlössern und Gärten der Klassik Stiftung bedeuteten einen Rückgang um sieben Prozent im Vergleich zu 2009. Es gab Kritik - auch vom Landesrechnungshof - über teure Projekte, die nicht zum Spektrum einer Literaturstiftung gehörten.
Ebenfalls in Seemanns erste Amtszeit fällt das Ende einer zwei Jahrhunderte alten Weimarer Illusion: Eine Untersuchung von Anthropologen, Medizinern und Chemikern zwischen 2006 und 2008 ergab, dass der vermeintliche Schädel von Friedrich Schiller (1759-1805) in der Weimarer Fürstengruft nicht dem Dichter gehört. Das Dichtergrab ist seitdem leer.
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